So bieten Sie Stress die Stirn

Negativer Stress im Berufsleben ist keine Seltenheit. Gerade deswegen ist es für Führungskräfte wichtig, der Belegschaft motivierend zur Seite zu stehen. Wie das in nur fünf Schritten gelingen kann, zeigt die Antistress-Expertin Claudia von Diepenbroick-Grüter.

Entspannt durch den Tag

Zeitdruck, einseitige Bewegung, Überstunden oder Missstimmung im Team – negativer Stress im Arbeitsalltag hat viele Ursachen. Dabei empfindet jeder Mensch die Belastung unterschiedlich stark. Nicht selten führt die Überbelastung auf Dauer zu Frustration in der Belegschaft und zu Personalausfall. Das kann für Betriebe teuer werden. Claudia von Diepenbroick-Grüter von der Handwerkskammer Münster weiß, wie Chefs ihre Mitarbeiter bereits durch kleine Veränderungen und ein gezieltes Gesundheitsmanagement entlasten und motivieren können. Die Expertin gibt fünf praxisnahe Tipps, wie unnötiger Stress vermieden werden kann.

 

1. Auslöser identifizieren

Ohne konkretes Ziel kann es auch keine Lösung geben. Zunächst ist es wichtig, herauszufinden wo der Schuh drückt. Die Handwerkskammer steht Betrieben dabei gerne zur Seite und geht mit ersten Analysegesprächen auf Ursachenforschung. In einem zweiten Schritt schulen wir dann gemeinsam mit Partnern wie der IKK classic Führungskräfte im Handwerk. In maßgeschneiderten Workshops und Seminaren vermitteln wir Strategien, wie Mitarbeiter ‚entstresst’ werden können. Denn nicht jeder Lösungsansatz passt zu jedem Unternehmen.

 

Wer sich wohlfühlt, der bringt gerne mehr Einsatz.

2. Entspannungsoasen schaffen

Ein ausgeruhter Mitarbeiter kommt mit erhöhter Arbeitslast besser klar als einer, der bereits am Limit ist. Chefs sollten darauf achten, dass Pausen eingehalten werden. Am besten gehen sie selbst als gutes Beispiel voran. Schließlich kann kein Gehirn zehn Stunden am Stück leistungsfähig sein. In vielen Betrieben wird leider Präsentismus vor echter Leistung honoriert. Das ist ein falscher Ansatz.

 

3. Das Klima muss stimmen

Ein gutes Betriebsklima, Anerkennung und Wertschätzung helfen dabei, Stress besser zu bewältigen. Das Führungsverhalten spielt dabei eine wichtige Rolle. Offene Gespräche, viel Lob und ein Arbeitsklima, in dem auch Fehler passieren dürfen, erhöhen die Motivation bei den Mitarbeiten deutlich. Wer sich wohlfühlt, der bringt gerne mehr Einsatz und empfindet auch unvermeidbare Überstunden nicht unbedingt als dramatisch. Auch ein schöner Arbeitsplatz oder eine gute Arbeitsausrüstung ist eine Form der Wertschätzung. Damit zeigt ein Chef: „Das bist Du mir wert.“

Stress-Seminar der IKK classic

Stress ist nicht immer nur schlecht. In einer überschaubaren Dosis ist er sogar gesund. Aber ab wann und warum macht Stress krank? Das zeigt unser Video. Sie erfahren auch, wie Sie Ihrem Betrieb helfen können. Die IKK classic unterstützt Sie mit Antistress-Seminaren. Der Fleischerei Grobitzsch in Braunichswalde in Thüringen haben die Tipps sehr geholfen. Schauen Sie selbst: 

BGM-Handlungsfeld Stress

4. Interesse zeigen

Führung ist keine Einbahnstraße. Chefs sollten sich Zeit nehmen und auf ihre Mitarbeiter zugehen, nach ihren Wünschen und Anregungen fragen. Auch Interesse und Verständnis für familiäre Probleme und Verpflichtungen fördern ein gutes Klima. Es sollte beispielsweise kein Problem sein, bei der Einschulung der Kinder einen freien Tag zu bekommen. Fühlt sich ein Mitarbeiter verstanden, lässt sich unnötiger Frust vermeiden. Auch ein Sommerfest, bei dem die Familien eingeladen werden und so einen Einblick in die Arbeitswelt ihres Mannes oder ihrer Frau bekommen können, schafft Verständnis und fördert den Rückhalt, den der Mitarbeiter bei seiner Familie bekommt.

 

5. Gesundheitsbewusstsein fördern

Nur ein gesunder Mitarbeiter kann auch hohen Anforderungen gerecht werden. Letztendlich profitieren Arbeitgeber von einer gesunden Lebensweise ihrer Mitarbeiter. Schon kleine Dinge bewirken dabei oft ein Umdenken. Chefs können beispielsweise Obst und Wasser bereitstellen und damit Anregungen für eine gesündere Ernährung geben. Auch Angebote wie eine Karte fürs Freibad oder eine vergünstigte Mitgliedschaft für das Fitnessstudio – viele Studios bieten Kooperationen an – sind oft kostengünstige, aber effektive Präventivmaßnahmen. Je nach Unternehmensgröße kann auch Betriebssport angeboten werden und zu mehr Bewegung motivieren.

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