Erich Möbert – 84 Jahre und kein bisschen müde!

Erich Möbert zählt mit seinen 84 Jahren wohl zu den ältesten noch aktiven Handwerkern Deutschlands. In seiner Werkstatt widmet er sich bis heute Zweirad-Schätzchen aus der DDR-Zeit. Uns hat er verraten: Ein Tag ohne Schrauben ist kein Tag!

84 – und kein bisschen müde!

 

Schon lange bevor die Belegschaft eintrudelt, ist Erich Möbert bereits aktiv. Nach Frühsport, Frühstück und dem Füttern der Vögel im Garten steht der Mechanikermeister in seiner Werkstatt in Halle an der Saale. Denn: Ein Tag, an dem der 84-Jährige nicht schraubt, ist kein Tag. Seine Leidenschaft gehört alten Zweirad-Schätzen aus der ehemaligen DDR. Und denen widmet sich der Rentner bis heute mit großer Hingabe. „Wir kaufen alte Exemplare von MZ oder Simson und möbeln die Dinger wieder so auf, dass sie aussehen, als würden sie gerade erst frisch im Laden stehen“, erklärt der Schrauber mit Begeisterung.

Vater Möbert mit seinem Know-how immer noch gefragt

Und diese Begeisterung hat Wellen geschlagen. So gibt es inzwischen Zweirad-Liebhaber aus ganz Deutschland, die in Halle fündig werden. Von zwei seiner Schätzchen weiß Möbert sogar, dass sie in den USA gelandet sind. Die Oldtimer-Klientel ist insgesamt klein, aber fein. „Vor kurzem hatten wir zum Beispiel einen Arzt hier, der sich gleich noch ein zweites Modell mitgenommen hat, um es sich ins Wohnzimmer zu stellen“, erzählt er. Und auch wenn der rund zwölfköpfige Betrieb inzwischen von seinem Sohn geleitet wird, ist Vater Möbert mit seinem Know-how immer noch gefragt. „Im Geschäft bin ich aber nur noch, wenn Not am Mann ist.“

Trotzdem sind Erich Möbert und seine Frau Irmgard (79) immer noch mitten im Geschehen. Nicht nur ihre Wohnung grenzt direkt an den Betrieb an, auch der Sohn mit Familie wohnt gleich nebenan. Und während Erich in der Werkstatt tüftelt, kocht seine Ehefrau jeden Mittag für die ganze Truppe. „Das macht sie jetzt schon seit mehr als 40 Jahren so. Sie kann eben auch nicht anders“, erklärt Erich Möbert mit einem Lachen. Generell merkt man dem Handwerker seine 84 Jahre nicht an, er wirkt fröhlich und optimistisch. Dabei lernte er früh den Ernst des Lebens kennen: Er war bereits mit 14 Jahren im Job und holte erst später parallel zur Arbeit noch seinen Schulabschluss nach. Schließlich brachte Möbert es bis zum Meister und übernahm mit 30 Jahren den Betrieb in Halle von seinem Altmeister.

Sein eigenes Motorrad hat er eingetauscht

An der ein oder anderen Stelle kam noch das nötige Quäntchen Glück dazu. Zum Beispiel kurz vor der Wende, als er schon den Braten roch und mit seiner Familie eigenhändig seinen bisherigen Arbeitsplatz, eine Holzbaracke, in eine moderne Werkstatt samt Laden ummodelte. „Damals haben wir Ziegelsteine aus einer abgerissenen Fabrik dafür rangeschleppt“, erzählt er. Aber genau dieser Einsatz sollte sich dann lohnen, um auch künftig zu bestehen.

Vielleicht sorgt gerade diese Mischung dafür, dass man fit im Alter ist: eine Aufgabe, der man mit Begeisterung nachgeht, und ein soziales Umfeld, das einen braucht. Nur sein eigenes Motorrad hat Erich Möbert inzwischen eingetauscht: „Ich fahre jetzt Golf Plus. Der ist einfach bequemer und besser für mich und meine Frau zum Einsteigen.“

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