Die IKK-Gesundheitsexperten

Möglichst viel aufstehen und gehen, viel trinken
und ein ergonomisches Arbeitsumfeld schaffen:
Mit diesen Tipps von IKK-Gesundheitsmanager Björn Stark
halten sich Bürokräfte fit.

Die IKK-Gesundheitsexperten

In der jüngsten Ausgabe der profil haben Sie wieder abgestimmt – und sich für folgende Frage entschieden: Was können Arbeitgeber für gesunde und bewegte Arbeitsplätze im klassischen Büro tun? Björn Stark, Experte im Bereich betriebliches Gesundheitsmanagement, gibt Antworten.

 

Für mehr Bewegung an einem ansonsten eher statischen Arbeitsplatz gibt es einen ganzen Strauß an Maßnahmen, den Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter nutzen können. „Zu den Angeboten mit großem Erfolg gehört meiner Erfahrung nach die Pausengymnastik: Ziel ist es, innerhalb kurzer Zeit sinnvolle Übungen zu praktizieren, die zum Beispiel eine angespannte Nacken- und Rückenmuskulatur entlasten. Dafür schulen wir beispielsweise einen Multiplikator, der die Belegschaft einweist, damit sie im Anschluss selbstständig agieren kann. Meist findet ein solches Bewegungstraining in der Mittagspause statt, dauert maximal zehn Minuten und findet idealerweise zweimal pro Woche statt. Laut Untersuchungen einer Handwerkskammer reduzierten sich nach dieser Art bewegter Pause die Nacken- und Schulterbeschwerden der Teilnehmer deutlich – das führen wir auf das Konzept zurück.

Mehr Infos ...

... zur bewegten Pause gibt es hier. Zum Nachschlagen hat die IKK classic eine Broschüre erstellt: Der Bewegungsleitfaden „Ab jetzt bewegt sich was“ umfasst Übungen für Schultern und Nacken sowie Tipps für einen gesunden Rücken.

Bewegung im Büro: Strecken und dehnen

Fitter Betrieb: Wer viel sitzt, sollte für ausreichend Bewegung sorgen.

© Jurgen Reisch/Getty Images

Kleine Tricks, große Wirkung
Als hilfreich erwiesen haben sich auch Erinnerungshilfen am Arbeitsplatz, die zu mehr Bewegung motivieren. Das sind kleine Tricks, die wir mit den Mitarbeitern gemeinsam erarbeiten. Jeder findet für sich einen passenden Spruch, der ihn persönlich und konkret dazu auffordert, sich zu bewegen. Diese individuellen Hinweise können beispielsweise in den Bildschirmschoner des Computers integriert werden. Auch an passenden Orten im Arbeitsumfeld können Schilder oder Haftnotizen inspirieren, etwa am Aufzug (Treppensteigen fördert die Gesundheit), am Mülleimer (der nächste Mülleimer ist 15 Schritte entfernt) oder am Telefon (Wie wäre es statt eines Anrufs mit einem persönlichen Besuch im Nachbarbüro?).


Gemeinsame Events motivieren
Ein weiterer Tipp ist, ausgedruckte Unterlagen nicht in einem Schwung am Gerät abzuholen, sondern jeden Druck einzeln. Viele warten erst zehn Drucke ab, bevor sie sich in Bewegung setzen. Beim Telefonieren aufzustehen, die Treppe statt des Lifts zu nutzen oder einmal ein wenig weiter vom Büro weg zu parken beziehungsweise eine Haltestelle früher auszusteigen und den Rest zu Fuß zu gehen, fördert die Fitness ebenfalls. Vorgesetzte können sich für ein bewegtes Arbeitsumfeld einsetzen, indem sie zum Beispiel entsprechende Erinnerungshilfen über das firmeninterne E-Mail-Programm an ihre Mitarbeiter verschicken. Je mehr Maßnahmen gemeinsam gestemmt werden, desto höher ist die Bereitschaft. Es ist sehr hilfreich, ein kleines Event daraus zu machen. Denn wo sich mehrere Leute im Rahmen einer Challenge zusammentun, ist jeder einmal mehr motiviert, noch eine Schippe draufzulegen.

Vorbild gefällig?

Ein Beispiel für eine erfolgreiche Challenge ist die Schrittzähleraktion der Firma
Ohrem & Wilkening GmbH.

Realistische Ziele setzen
Ein klassischer Büromensch macht Analysen zufolge ungefähr 300 Schritte am Tag. Empfehlungen gehen bis hin zu 6.000 Schritten, was ich für realistisch und machbar halte. Sinnvoll ist es, seine Schritte zu zählen und sich dann ein Ziel zu setzen – etwa künftig täglich doppelt so viele Schritte zu gehen oder sich kontinuierlich zu steigern.
 

Arbeitsumfeld anpassen
Auch kleine Veränderungen in der Einrichtung können viel bewirken: Es gibt zum Beispiel Sitzkissen, die den Nutzer durch eine instabile Situation dazu bringen, das Becken und die Lendenwirbelsäule aktiv zu stabilisieren, und auch die Versorgung der Bandscheibe mit Nährstoffen fördern. Stehhilfen, ergonomische Stühle und höhenverstellbare Schreibtische gehören ebenfalls in diesen Bereich. Die IKK classic unterstützt Unternehmen innerhalb des betrieblichen Gesundheitsmanagements. Unser Ansatz ist es aber nicht, in die Firma zu gehen und etwas zu verändern, sondern Maßnahmen mit den Mitarbeitern gemeinsam zu initiieren und Fachwissen zu hinterlegen. Es ist wichtig, zu vermitteln, warum zum Beispiel der Computerbildschirm oder die Schreibtischhöhe verstellt wird. Unsere Erfahrung ist: Kennen die Mitarbeiter die Hintergründe nicht, stellen sie sich ihr Arbeitsumfeld nach einer Weile wieder in den Ursprungszustand zurück, weil es in der ersten Zeit zu ungewohnt und anstrengend ist.
 

Rentenversicherer kann unterstützen
Finanzielle Zuschüsse zu individuellen ergonomischen Arbeitshilfen gibt der Rentenversicherungsträger, sofern der Antragsteller diesem unter anderem eine eindeutige fachärztliche Diagnose vorlegt. Wer in seinem Betrieb Maßnahmen zur Förderung der Mitarbeitergesundheit einführen möchte, sollte sich an seinen
lokalen Gesundheitsmanager wenden.
 

Trinken nicht vergessen!
Mein letzter Tipp: Es ist immer gut, sein persönliches Trinkverhalten zu überprüfen und im Zweifel zu optimieren. Schon eine kleine Reduktion von Wasser im Körper verursacht Verspannungen, Kopfschmerzen und trockene Augen – all das lässt sich mit mehr Flüssigkeit wie Wasser und ungesüßten Kräutertees vermeiden. Am einfachsten ist es, eine Flasche Wasser – geschlossen, um Auslaufen beim Umkippen vorzubeugen – direkt auf seinen Schreibtisch zu stellen, sofern der Chef das erlaubt. Wer dazu neigt, das Trinken zu vergessen, kann sich via PC oder Handy Erinnerungsnachrichten einrichten – oder sich eine entsprechende App herunterladen, zum Beispiel „Aqualert Water Tracker“ oder „Hydro“ (beide für Android und iOS).

Die neuen Fragen

Dieses Mal beschäftigen sich unsere Gesundheitsexperten mit dem Bereich
"Sozialversicherung". Entscheiden Sie selbst, welches Thema das IKK-classic-Team beantworten soll.

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Bildnachweis Header: © andresr/Getty Images


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