Die IKK-Gesundheitsexperten

Chronischer Stress kann zu schweren Krankheiten führen. Die IKK-Gesundheitsexpertin erklärt, welche Folgen der Alarmzustand im Körper haben kann und was dagegen hilft. Zum Beispiel kleine Pausen - am besten mit netten Kollegen.

Die Gesundheitsexperten

Sie haben abgestimmt – unsere Experten antworten. Dieses Mal haben Sie sich für folgendes Thema entschieden: „Zu welchen gesundheitlichen Problemen kann Stress dauerhaft führen?“ Regina Tessarzik, Team Operative Prävention, ist dieses Mal unsere IKK-Gesundheitsexpertin.

Stress gehört zum Leben dazu. Akuter Stress ist sogar eine lebensnotwendige Antwort auf verschiedene Reize und Belastungen für den Organismus. Er sichert uns das Überleben. Wir schätzen eine Situation oder Herausforderung als belastend oder gefährlich ein und darauf reagiert unser Körper mit der Ausschüttung verschiedener Hormone: Kortisol, Adrenalin und Noradrenalin steigen im Blut an. Ab und an ist das hilfreich und auch wichtig.

 

Der Körper ist dauerhaft in Alarmbereitschaft

Problematisch wird es, wenn keine ausreichenden Entspannungsphasen eingebaut werden und der Körper dauerhaft in Alarmbereitschaft ist. Das bedeutet: Geben wir unserem Körper keine Entwarnung, indem wir die als belastend und „stressig“ erlebte Situation ändern oder verlassen, werden die Stresshormone nicht mehr abgebaut und die Anspannung bleibt. Die Folge ist chronischer Stress.

Der eine bekommt bei Stress Magen-, der andere eventuell Schlafprobleme.

Der andauernde Alarmzustand zehrt an den körperlichen und psychischen Reserven. Die bei akutem Stress lediglich kurzfristigen Reaktionen wie beispielsweise Muskelanspannung und Bluthochdruck bleiben länger bestehen. Langfristig führt dieser Zustand zu Unruhe, Erschöpfung, verstärkter Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Depression, Magen- und Darmproblemen, Libidoverlust, Muskelschwäche, Herzkreislaufproblemen, einer erhöhten Infektanfälligkeit, einer verzögerten Wundheilung, Hörsturz, Tinnitus – und im Extremfall zu Burnout.

 

Symptome sind von Mensch zu Mensch verschieden

Die Auswirkungen von chronischem Stress beziehen sich also auf unser gesamtes System: auf den Körper, den Geist, die Gefühle und das Verhalten. Wobei die Symptome von Mensch zu Mensch verschieden sind und unterschiedlich wahrgenommen werden: der eine bekommt bei Stress Magen-, der andere eventuell Schlafprobleme.

Damit es nicht soweit kommt, ist es ratsam, frühzeitig Gegenmaßnahmen zu treffen. Dazu gehört die Entschleunigung: sich weniger vornehmen, ausreichend Bewegung im Alltag, Entspannungsübungen erlernen und einsetzen, Hobbys und soziale Kontakte pflegen, Musik hören, lesen, auf gesunde Ernährung achten und einfach immer wieder mal einen „Boxenstopp“ einlegen. Sie können ein Auto auch nicht auf Dauer mit 200 km/h fahren. Höchstleistungen im Berufsleben und permanente Erreichbarkeit sind ja gut und schön, aber nicht um den Preis, dass man zum gesundheitlichen Wrack wird. Seien Sie achtsam mit sich und erhöhen Sie Ihre Lebensfreude.

Anzeichen für Stressbelastung auf drei Ebenen:

> Kopf-, Rücken- und Nackenschmerzen

> chronische Anfälligkeit für Infekte

> Herzrasen, Kribbeln im Bauch

> Verdauungsprobleme, Magendruck

> Schwitzen

> Schwindel

> Piepen im Ohr (Tinnitus)

> kalte Füße

> „Das schaff ich nie!“

> „Wann hört das endlich auf?“

> „Das darf auf keinen Fall schiefgehen!“

> „Ich muss, ich muss, ich muss!“

> „Alles geht schief!“

> Rastlosigkeit

> mulmiges Gefühl

> Getriebenheit

> Überforderungsgefühl

> Freudlosigkeit

> Gereiztheit

> Humorlosigkeit

> Fahrigkeit, Hektik

> Konzentrationsschwierigkeiten

> Flüchtigkeitsfehler

> sozialer Rückzug, Absagen von Verabredungen

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