2019: Das ist neu – das ändert sich

Vom Versichertenentlastungsgesetz über Minijobs bis zur Senkung des Zusatzbeitrages: Ab 2019 gibt es wieder viele wichtige Neuigkeiten und Änderungen für Arbeitgeber. profil gibt einen Überblick!

Änderungen zum Jahreswechsel


GKV-Versichertenentlastungsgesetz und Beitragssenkung
Ab 01.01.2019 greift das neue GKV-Versichertenentlastungsgesetz, das die sogenannte paritätische, also gleichgestellte Finanzierung der Krankenversicherung wiederherstellt. Demnach tragen Arbeitgeber und Beschäftigte die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung jeweils wieder zur Hälfte. Auch der von den meisten Krankenkassen neben dem allgemeinen Beitragssatz erhobene Zusatzbeitrag wird paritätisch finanziert, und zwar unabhängig davon, wie hoch der jeweilige Zusatzbeitrag der Krankenkasse ist.

Zusatzbeitrag sinkt ab Mai um 0,2 Prozentpunkte!

Übrigens: Ab 01.05.2019 sinkt der Zusatzbeitrag der IKK classic um 0,2 Prozentpunkte. Damit reduzieren wir zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit unseren Zusatzbeitrag aufgrund einer soliden finanziellen Entwicklung.

An der grundsätzlichen Berechnung der allgemeinen Krankenkassenbeiträge hat sich nichts geändert. Nach wie vor wird zunächst das Arbeitsentgelt mit dem halben allgemeinen Beitragssatz (7,3 Prozent) beziehungsweise halben ermäßigten Beitragssatz (7,0 Prozent) multipliziert und anschließend das gerundete Ergebnis verdoppelt. Dieselbe Berechnungsweise gilt gesondert für den Zusatzbeitrag.

Mindestbeitrag für Selbstständige sinkt von 360 Euro auf 157 Euro
Das neue Versichertenentlastungsgesetz senkt auch den Mindestbeitrag zur Krankenversicherung für freiwillig versicherte Selbstständige um mehr als die Hälfte von rund 360 Euro auf rund 157 Euro. Die Mindestbemessungsgrundlage der Krankenkassenbeiträge sinkt damit auf 1.038,33 Euro. Was müssen Betroffene nun tun? Selbstständige, die bereits bei der IKK classic als freiwillig versichert eingestuft sind, brauchen nicht aktiv zu werden. Wir prüfen automatisch, ob für sie die neue Mindestbemessungsgrenze anzusetzen ist. Liegt das Einkommen zwischen der alten und der neuen Bemessungsgrenze, prüft die IKK classic das mithilfe des letzten Steuerbescheids. Der Beitrag wird dann dem Einkommen entsprechend geringer angesetzt. Ein weiterer Vorteil des Versichertenentlastungsgesetzes: Ob eine haupt- oder nebenberufliche Selbstständigkeit vorliegt, wird nicht mehr bei der Beitragsberechnung berücksichtigt.

 

Aus Gleitzone wird Übergangsbereich 
Der Niedriglohnbereich mit geringem Verdienst, bisher bekannt als „Gleitzone“, wird ab 01.07.2019 zum „Übergangsbereich“. Doch nicht nur der Begriff ändert sich, sondern auch die sozialversicherungsrechtlichen Auswirkungen. Beschäftigte mit geringem Verdienst zahlen – wie schon bisher – weniger Sozialversicherungsbeiträge. Neu ist, dass ab 01.07.2019 die geringere Beitragszahlung keine Rentennachteile mehr hat. Der Übergangsbereich gilt künftig für Arbeitsentgelte von 450,01 bis 1.300,00 Euro.

Langfristig Mitarbeiter binden

Änderungen für die Betriebsrente
Eine weitere Änderung: Ab 2019 sind Arbeitgeber bei allen neu abgeschlossenen Verträgen zu einem Zuschuss von 15 Prozent des Beitrags zur betrieblichen Altersversorgung (bAV) verpflichtet. Bestehende Verträge sind von dieser Neuregelung vorerst ausgenommen. Besonders für kleine und mittlere Unternehmen wurden stärkere Anreize geschaffen, die bAV ihrer Beschäftigten zu fördern, zum Beispiel durch staatliche Unterstützung. Mit der Förderung einer betrieblichen Altersvorsorge können die Betriebe außerdem langfristig ihre Mitarbeiter binden – gerade im Handwerk in Zeiten des drohenden Fachkräftemangels sehr wichtig!
 

Neues bei Minijobs
Auch auf Betriebe, die Minijobber beschäftigen, kommt Neues zu. So steigt zum 01.01.2019 etwa der gesetzliche Mindestlohn von 8,84 auf 9,19 Euro pro Stunde. Vor diesem Hintergrund müssen Betriebe gegebenenfalls die monatliche Stundenzahl ihrer Minijobber reduzieren, sofern die Anstellung weiterhin als Minijob gelten und der Beschäftigte nicht über die Einkommensgrenze von 450 Euro kommen soll.

 

A1-Bescheinigungen nur noch elektronisch
Arbeitgeber, die Angestellte in einen anderen Mitgliedsstaat der EU, in die Schweiz oder den Europäischen Wirtschaftsraum entsendet haben, sind ab 01.01.2019 dazu verpflichtet, die A1-Bescheinigung für den Arbeitnehmer, also den Nachweis, dass für ihn die Sozialvorschriften seines Heimatlandes gelten, elektronisch zu beantragen. Die Beantragung in Papierform gilt nur noch in begründeten Einzelfällen und auch nur bis zum 30.06.2019.

 

Arbeitgeber, bitte melden!
Beim Lohnnachweis, beim Kennzeichen für Saisonarbeiter und beim Betriebsdatensatz gelten neue Regelungen hinsichtlich der Meldungen. Für die Berechnung der Umlage zur Unfallversicherung müssen die Arbeitgeber den Lohnnachweis ihrer Arbeitnehmer spätestens bis zum 18.02.2019 bei den Unfallversicherungsträgern einreichen. Zudem sind sie verpflichtet, Änderungen ihrer Betriebsdaten, etwa Änderungen der Stammdaten des Betriebs, sowie die Beendigung der Betriebstätigkeit mit dem Datensatz „Betriebsdatenpflege“ unverzüglich zu übermitteln. Und auch für die Kennzeichnung für Saisonarbeiter, die vorübergehend für eine auf acht Monate befristete Dauer nach Deutschland kommen und hier arbeiten, gibt es eine Neuerung: Das Kennzeichen „Saisonarbeitnehmer“ darf nur bei Beschäftigten eingesetzt werden, die gesetzlich krankenversichert sind – nicht bei Minijobbern.

 

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