Demografie im Handwerk – Blick in die Zukunft

Der demografische Wandel führt zu neuen Herausforderungen in der Arbeitswelt: Junge Nachwuchskräfte werden rar und Arbeitnehmer von heute müssen sich darauf einstellen, bis zum Renteneintritt mit hohen Anforderungen konfrontiert zu werden. Die IKK classic bietet ab dem Frühjahr 2019 ein neues Tool, mit dem Betriebe prüfen können, inwieweit sie dem demografischen Wandel gewachsen sind.

Demografie im Handwerk – Blick in die Zukunft

Fit für morgen: Björn Stark von der IKK classic erklärt, wie das neue Demografie-Tool der IKK classic funktioniert!

 

Herr Stark, welche praktischen Herausforderungen bringt der demografische Wandel mit sich?
Stark: „Das kann je nach Gewerk unterschiedlich sein. Während es bei den Bäckern und Fleischern beispielsweise primär um die Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte geht, ist bei anderen Gewerken wie zum Beispiel den Dachdeckern die Erhaltung der Arbeitsfähigkeit eine zentrale Aufgabe. Schweres Heben, tiefes Bücken, Über-Kopf-Arbeiten – gerade im Handwerk ist die körperliche Belastung oft hoch. Orthopädische Probleme wie beispielsweise Rückenschmerzen oder Beschwerden am Kniegelenk sind daher keine Seltenheit. Neben den gewerkspezifischen Unterschieden spielen zusätzlich auch lokale Aspekte eine große Rolle. Während Betriebe in ländlichen Regionen ein Schrumpfen der Bevölkerung erleben, werden Unternehmen in Städten und Ballungsgebieten mit den Auswirkungen eines Bevölkerungswachstums konfrontiert. Handwerksbetriebe stehen hier also vor unterschiedlichen und oftmals ganz individuellen Herausforderungen.“

Das Foto zeigt Björn Stark

Björn Stark

© Werbefotografie Weiss

Die IKK classic bietet ab dem Frühjahr 2019 ein neues Tool, mit dem Betriebe prüfen können, inwieweit sie dem demografischen Wandel gewachsen sind. Wie funktioniert dieses Tool genau und was ist das Besondere daran?
Stark: „Das Demografie-Tool ist ein Excel-basiertes Programm, das Unternehmer dabei unterstützt, sowohl den aktuellen Ist-Zustand des Betriebes als auch die individuelle Ressourcenentwicklung zu ermitteln und im Blick zu behalten. Neben einer Analyse der Altersstruktur ist das Besondere bei diesem Tool die Qualifikationsbedarfsanalyse. Hier geht es in erster Linie um die Fragen: Welche Mitarbeiter haben welche Qualifikationen? Wer scheidet voraussichtlich wann aus dem Unternehmen aus? Und wen muss ich dementsprechend wie qualifizieren, um auf dem Markt weiterhin gut aufgestellt zu sein? Der Arbeitgeber erhält also einen aktuellen Überblick über die fachspezifischen Fähigkeiten seiner Mitarbeiter sowie die Information, wann sie sie altersentsprechend verlieren.“

Wie können Arbeitgeber im nächsten Schritt aktiv dazu beitragen, ihren Betrieb demografiefest zu machen?
Stark: „Die ermittelten Ergebnisse können Betriebsinhabern zum Beispiel dabei helfen, einen Fort- und Weiterbildungsplan für die nächsten Jahre aufzustellen. So können sie rechtzeitig dafür sorgen, dass wichtige Qualifikationen weiterhin erhalten bleiben. Darüber hinaus sind sie aber auch eine optimale Voraussetzung, um gemeinsam mit dem Gesundheitsmanager der IKK classic über ganz individuelle Maßnahmen zur Zukunftssicherung des Betriebs nachzudenken: Welche Belastungen kann ich verändern oder verringern, um Mitarbeiter gesund zu halten? Wie kann ich meine Mitarbeiter motivieren und sie damit langfristig an das Unternehmen binden? Maßnahmen wie das betriebliche Gesundheitsmanagement der IKK classic können hierbei eine hilfreiche Unterstützung sein. Der Arbeitgeber erfährt, wie er mit oftmals nur kleinen Veränderungen die Gesundheit der Mitarbeiter fördert und damit seinen Betrieb wettbewerbsfähig hält. Denn: Gesunde und zufriedene Mitarbeiter sind eine der wichtigsten Ressourcen für jedes Unternehmen.“

Zahlen der Zukunft

Die Deutschlandkarte bildet die relative Beschäftigungsentwicklung in den einzelnen Bundesländern bis zum Jahr 2030 ab. Schwankungen aufgrund der verstärkten Zuwanderung durch Flüchtlinge seit dem Jahr 2015 sind in den Zahlen nicht berücksichtigt.

 

 

Das Bild zeigt eine Deutschlandkarte zum Thema Demografie

© Grafik: Klaus Niesen

Passende Artikel
Handwerk
Ein Betrieb voller Frauen: Tischlerei Dehner im Interview

"Der Ton ist netter und freundlicher geworden"

Handwerk
So führen Frauen: Dachdeckermeisterin Jana Schade im Porträt

kreativ und familiär seit mehr als 20 Jahren in Eisenach

Handwerk

Bildnachweis Header: © Caiaimage/Agnieszka Olek/Getty Images


Nächster Artikel

„Flexibilität ist gefragt“ – Demografie in der Dachdeckerbranche

mehr
Das Foto zeigt einen Dachdecker