Arbeitsschutz - was ist das?

Angestellte müssen unter sicheren Bedingungen arbeiten – sie sollten weder unfallgefährdet sein noch sonstige Gesundheitsschäden erleiden. Für diesen Arbeitsschutz zu sorgen, ist Aufgabe des Arbeitgebers.

Arbeitsschutz – was ist das?

Die wichtigste Basis für die Ausgestaltung des Arbeitsschutzes im Betrieb ist in Deutschland das Arbeitsschutzgesetz, wie Jörg Feldmann von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in Dortmund erklärt. „Es verpflichtet den Arbeitgeber zur Fürsorge und regelt, was in welcher Form zu tun ist.“ Sämtliche potenziellen Gefahren am Arbeitsplatz müssten beurteilt, Entscheidungen über notwendige Schutzmaßnahmen getroffen werden.

Letztere haben Feldmann zufolge eine gesetzlich vorgeschriebene Rangfolge: Technik (dazu gehören zum Beispiel sichere Produkte und Arbeitsverfahren innerhalb eines Unternehmens), Organisation (wie räumliche oder zeitliche Trennung von der Gefährdung), persönliche Schutzausrüstung (etwa Schutzschuhe, Gehörschutz, Schutzhelme). „Weitere Richtlinien wie die Verordnungen zur Betriebssicherheit, zu Arbeitsstätten, zur Lastenhandhabung oder zu Gefahrstoffen konkretisieren die Vorgaben“, sagt Feldmann.

Relevant sind außerdem das Arbeitssicherheitsgesetz – es verpflichtet Arbeitgeber dazu, Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu bestellen – und das Produktsicherheitsgesetz bei der persönlichen Schutzausrüstung.

Man muss immer ins Detail gehen.

Je nach Gewerk und Betriebssituation gestaltet sich der Arbeitsschutz unterschiedlich. Deshalb richten sich die zu ergreifenden Maßnahmen nach den tatsächlich vorhandenen Risiken. Die sind im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung zu ermitteln. Feldmann: „Im Friseurhandwerk zum Beispiel stehen der Umgang mit Wasser und chemischen Stoffen sowie die Arbeit im Stehen im Vordergrund. Dort sollte es unter anderem einen Hautschutzplan geben. Körperliche Belastung und große Höhen prägen die Arbeit im Bauhandwerk, Schreiner sind Lärm und Holzstaub ausgesetzt. Man muss immer ins Detail gehen.“

Auch psychische Faktoren spielen eine Rolle, etwa wenn immer mehr Aufgaben oder Zeitdruck Stress beim Mitarbeiter auslösen. Bei der Beurteilung des Gefährdungspotenzials an ihrem Arbeitsplatz müssen Beschäftigte mitwirken. Am nachhaltigsten lassen sich Maßnahmen und Prozesse mittels Arbeitsschutzmanagementsystemen dokumentieren sowie ihre Ergebnisse nachhalten. „Greifen Maßnahmen nicht, müssen sie angepasst werden“, sagt Feldmann.

Trotz zahlreicher Vorgaben hat jeder Betrieb also noch viel Gestaltungsspielraum. Eine Reihe an Checklisten und Handlungshilfen oder auch Schulungen unterstützen Betriebe bei der Umsetzung des abstrakten Themas, wie Feldmann schildert. Neben dem BAuA gehören Arbeitsschutzbehörden der Länder, Träger der gesetzlichen Unfallversicherung sowie gewerbliche Unternehmen zu den Anbietern. Innungen oder die zuständige Berufsgenossenschaft können in der Regel bei der Auswahl der Vorgehensweise weiterhelfen. Sämtliche Gesetze und Verordnungen zum Arbeitsschutz gibt es hier.

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