Kopf auf Neuanfang

Ein stressfreier Berufsalltag, das wäre ein echter Neuanfang. Muss man sich dafür nicht sehr verrenken? Nein, sagt Kathrin Skoupil, Trainerin für Achtsamkeit aus Darmstadt. Sie verrät, wie der Chef sich selbst entspannt. Und damit die Gesundheitsförderung seines Betriebs verbessert.

Es kann alles so einfach sein

 

Achtsamkeit? Was soll das denn sein? „Achtsamkeit bedeutet eigentlich nur, bewusst mit sich selbst umzugehen“, sagt Expertin Kathrin Skoupil. Gerade für Chefs sei ein bewusster Umgang mit sich selbst total wichtig, so die 44-jährige Achtsamkeitstrainerin. „Denn dann treffen Chefs bedachtere Entscheidungen und handeln überlegter.“ Und stärken somit die Wirtschaftlichkeit ihres Betriebs.


Kein Trick, keine Technik
Hört sich erst mal gut an. Und wie geht das jetzt mit dieser Achtsamkeit? Welchen Trick, welche Technik muss man dafür anwenden? Keinen Trick, keine Technik, so Skoupil. „Achtsamkeit entsteht, wenn man sich ganz kleine und ganz einfache Dinge im Alltag bewusst macht und versucht, mehr im Hier und Jetzt zu sein.“

Bewusstheit bringt
nur Vorteile.

Erst essen, dann Ergebnisse checken
Beispiel: sich morgens mal bewusst auf den Straßenverkehr konzentrieren, ohne sich vom Autoradio ablenken zu lassen. Beispiel: in der Mittagspause mal voll und ganz das Holzfällersteak, den Salat oder die belegte Vollkorn-Semmel genießen, ohne nebenbei noch Fußballergebnisse zu checken.


Mini-Pausen im Arbeitsprozess machen
Hört sich auch alles gut an. Aber dauert das im Einzelnen nicht ganz schön lange? Und wozu soll das überhaupt gut sein? „Bewusstheit bringt nur Vorteile“, verspricht Skoupil. „Sie nimmt nicht nur weniger Zeit in Anspruch, als man denkt. Vor allem holt sie einen für einen Moment komplett in den Augenblick, weil sie quasi eine Art Mini-Pause im Arbeitsprozess ist und man sich wirklich Raum nimmt für das, was gerade dran ist.“

Man wird viel schneller und effektiver
Auf den ersten Blick sieht es dann vielleicht so aus, als wäre man langsamer. Dabei ist es genau anders herum, erklärt Skoupil: „Baut man mehrere Mini-Pausen dieser Art in den Arbeitsalltag ein, arbeitet man nicht nur gelassener. Man wird sogar insgesamt schneller und effektiver.“


Gute Arbeitsbedingungen schaffen
Schön, wenn der Chef sich entspannt. Hat er dazu noch entspannte Mitarbeiter, wird’s für alle noch schöner. Andererseits haben die Mitarbeiter vielleicht noch nie etwas von Achtsamkeit gehört. Wie kann der Chef ihnen das schmackhaft machen? Indem er für die Mitarbeiter sorgt, sagt Kathrin Skoupil: „Wenn man gute Arbeitsbedingungen schafft, sind die Mitarbeiter eher eingeladen, achtsam auf sich, ihr Umfeld und die Arbeitsprozesse zu schauen.“


Den Grundbedürfnissen nachgehen können
"So simpel es vielleicht auf den ersten Blick erscheint: Gute Arbeitsbedingungen bestehen bereits darin, dass Mitarbeiter ihren Grundbedürfnissen nachgehen können", sagt Expertin Skoupil. "Nehmen wir das Grundbedürfnis Essen: Die Mitarbeiter werden sich eher in der Mittagspause stärken wollen, wenn sie sich zu ihrem mitgebrachten Butterbrot auch auf einen schönen Pausenraum freuen können.“ Dazu müssen sie natürlich erst einmal Pause machen können. Und mancherorts auch dürfen. Womit wir wieder beim (Neu-)Anfang wären.

Es kann alles so einfach sein.

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