Fittes Kreuz, starke Gemeinschaft

Bei der Sanitär- und Heizungsfirma Wurth sind
die Mitarbeiter fit – und halten zusammen.
Das verdankt das Handwerksunternehmen auch
seinem neu eingeführten Betriebssport.

Fittes Kreuz,
starke Gemeinschaft

Die Firma Wurth Sanitär & Heizung unterstützt ihre Mitarbeiter einmal pro Woche darin, ihrer Gesundheit etwas Gutes zu tun. Der Aufwand ist denkbar gering, dagegen ist die Motivation sehr hoch und die Erfolgsbilanz sehr gut.

Den Ausschlag gab eine Rückenschule. Die hatte die Firma Wurth vor vielen Jahren einmal probeweise durchgeführt. „Es gab drei Termine, die uns gut gefallen haben. Trotzdem ist die Sache danach erst mal wieder im Sande verlaufen“, erinnert sich Geschäftsführer Sebastian Wurth. Doch so ganz wollte er die Idee eines aktiven betrieblichen Gesundheitsmanagements mit all seinen Vorteilen für die Mitarbeiter und die Firma nicht aufgeben. Im vergangenen Sommer wandte er sich deshalb an die IKK classic. „Ich wollte wissen, was man als Unternehmen für die Gesundheit der Mitarbeiter tun kann“, erzählt der 24 Jahre alte SHK-Meister und -Betriebswirt.

Das Gemeinschafts-
gefühl steht im
Vordergrund.

Schwachstelle: Rücken

Gemeinsam mit dem Gesundheitsmanager vor Ort ging Wurth die Optionen durch. „Er erklärte uns alle Handlungsfelder – und am Ende haben wir uns entschieden“, sagt Wurth. Ein Check-up ergab, dass im Betrieb regelmäßiger Bedarf für Rückentraining besteht, eine Mitarbeiterbefragung, dass die Mitarbeiter des Heizungs- und Sanitärunternehmens bereit sind, etwas für ihre Rückengesundheit zu tun. Der IKK-Gesundheitsmanager schlug vor, eine Rückenschulung einzuführen, angelehnt an das „Brandenburg“-Modell (siehe Info-Box). „Eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio war zu Beginn auch eine Überlegung“, sagt Wurth. „Aber das haben wir schnell verworfen. Unser Ziel war und ist, direkt im Betrieb etwas für die Gesundheit zu tun – auch um sich gegenseitig zu motivieren. Das Gemeinschaftsgefühl steht im Vordergrund.“

Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements machen die Mitarbeiter einmal pro Woche gemeinsam Rückenübungen im Betrieb.

Die Firma Wurth Sanitär & Heizung geht jeden Freitag gemeinsam auf die Matte.

© Wurth S+H GmbH & Co. KG

Zusammenhalt steht im Zentrum

Gesagt, getan: Mitarbeiter aus Büro und Kundendienst sowie von der Baustelle bildeten eine Arbeitsgruppe eigens für den Betriebssport. Im September vergangenen Jahres bekam die Firma Besuch von einem Kooperationspartner der IKK classic, den der zuständige Gesundheitsmanager zuvor anhand der Anforderungen des Unternehmens ausgewählt hatte. Der erfahrene Trainer wies die Mitarbeiter theoretisch und praktisch in die Rückenschule ein. Im Anschluss startete das Team von Wurth Sanitär & Heizung das hauseigene Rückentraining, nachdem es einen Verantwortlichen aus den eigenen Reihen bestimmt hatte, die Regie zu übernehmen.

Sebastian Wurth ist SHK-Meister und Betriebswirt. Er führt das Unternehmen Wurth Sanitär & Heizung GmbH & Co. KG.

Auch Chef Sebastian Wurth ist dabei.

© Wurth S+H GmbH & Co. KG

Alle machen mit

Das wöchentliche Training findet freitags nachmittags statt, in einem Schulungsraum im Firmengebäude, der ausreichend Platz für die Mitarbeiter bietet. Für die Übungen hat Wurth eigens für jeden Teilnehmer eine Gymnastikmatte angeschafft. Die Auflagen sind zweifarbig – eine Seite nutzen die Verwaltungsmitarbeiter, die andere die Monteure – Letztere kommen mitunter recht eingestaubt von ihren Baustellen zur Rückenschule. „Sobald alle da sind, machen wir eine halbe Stunde lang eine Übung nach der anderen, wie wir sie gelernt haben. Einer von uns übernimmt dabei die Leitung. Das klappt prima“, schildert Wurth. Die Beteiligung am Rückentraining ist dem Betriebschef zufolge sehr hoch. „Natürlich passiert es, dass Mitarbeiter um diese Zeit noch auf Außenterminen sind. Aber wir sind doch mindestens bei jedem zweiten Training vollzählig.“ Aushänge in den Betriebsräumen erinnern und motivieren zusätzlich zur Teilnahme.

Im Rahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements machen die Mitarbeiter einmal pro Woche gemeinsam Rückenübungen im Betrieb.

Teamübungen stärken den Zusammenhalt.

© Wurth S+H GmbH & Co. KG

Wenig Aufwand, viel Erfolg

Jede Woche 30 Minuten gemeinsames Rückentraining in Arbeitskleidung am Arbeitsplatz – den Aufwand hält Wurth mit voller Absicht so gering wie möglich. „Zum einen ist das für unsere Mitarbeiter zeitlich gut zu schaffen, zum anderen können wir als kleiner Handwerksbetrieb organisatorisch auch gar nicht mehr leisten.“ Je nahtloser und unkomplizierter der Übergang von der Arbeit ins Rückentraining, desto besser. Eine zusätzliche halbe Stunde Training sollen die Mitarbeiter zu Hause absolvieren – um den Effekt zu verstärken. Positive Ergebnisse sieht das Team schon jetzt nach wenigen Monaten. „Für eine echte Erfolgsbilanz ist es noch ein wenig zu früh, aber die Kollegen merken, dass sie fitter sind. Vereinzelt haben auch schon Rückenbeschwerden nachgelassen“, sagt der Geschäftsführer.

 

Gesundheitsförderung ist attraktiv

Neben dem zeitlich unbefristeten Rückentraining bietet der Betrieb weitere Gesundheitsmaßnahmen. Wurth: „Zum einen stellen wir kostenfreie Getränkekästen, aus denen sich jeder Mitarbeiter eine Flasche Wasser nehmen kann. Zum anderen gibt es jeden Tag einen Obstkorb, an dem sich alle bedienen können. Jeder Mitarbeiter ist im Wechsel dafür zuständig, die Früchte zu besorgen – auf Firmenkosten.“ Förderung und Erhalt der Mitarbeitergesundheit gehört für den Geschäftsführer einfach dazu, wie er schildert. „Wir wollen ein attraktiver Arbeitgeber sein, da setzen wir uns natürlich für unsere Mitarbeiter ein. Außerdem kann man mit Blick auf den aktuellen Fachkräftemangel gerade in unserem Gewerbe nicht früh genug mit Prävention anfangen, auch wenn wir ein sehr junger Betrieb sind – der Älteste ist 40 Jahre alt.“

Das „Brandenburg“-Modell

Gerade für kleine und mittlere Handwerksbetriebe kann der krankheitsbedingte Ausfall von Mitarbeitern fatale wirtschaftliche Folgen haben. Mit dem Parkettverlegeunternehmen „Fußboden Brandenburg“ aus Gummersbach erarbeitete die IKK classic vor einigen Jahren ein Pilotprojekt zur betrieblichen Gesundheitsförderung, Fokus: Prävention von Rückenbeschwerden. Kraft und Beweglichkeit der rumpfstabilisierenden Muskulatur sollten mit einem einfachen, zwölf Wochen dauernden Training inklusive persönlichen Trainingsplans, jedoch ohne weitere Hilfsmittel effektiv gesteigert werden. Der Zeitrahmen sollte um der Umsetzbarkeit willen explizit überschaubar sein und betrug pro Einheit rund 20 Minuten. Eine begleitende Studie, in der unter anderem die Rumpfkraftentwicklung analysiert wurde, sowie ein Schmerzfragebogen für die Mitarbeiter ergaben: Dank des gezielten, kontinuierlichen Trainings bauten die Mitarbeiter ihre rumpfstabilisierende Muskulatur deutlich auf, sodass die Wirbelsäule gefestigter wurde. Überdies gingen die bis dato vorhandenen Schmerzen der Mitarbeiter nachweislich zurück. Auf Basis dieses „Brandenburg“-Modells gibt die IKK classic Unternehmen Impulse, um ihre Mitarbeiter bei einem Präventionstraining zur Rückengesundheit fachlich zu unterstützen. Betriebe bekommen über die örtlichen Gesundheitsmanager sowie qualifizierte Kooperationspartner der IKK classic alle notwendigen Informationen und Übungen an die Hand, um das Projekt im Anschluss an die umfassende Einweisung eigenverantwortlich fortzuführen.

Passende Artikel
IKK classic
Gesundheit
2019: Das ist neu – das ändert sich

Hallo 2019: Das ist neu - das ändert sich!

Betriebliches Gesundheitsmanagement
Handwerk
Demografie
Handwerk
Gesundheit
Demografie
Erich Möbert – 84 Jahre und kein bisschen müde!

Einer der ältesten Handwerker im Portrait

Bildnachweis Header: © Hero Images/Getty Images


Nächster Artikel

Mit den Kollegen laufen – Nach Feierabend joggen Chef und Mitarbeiter gemeinsam.

mehr
Firmenlauf, mit den Kollegen laufen