Dienstlich auf zwei Rädern

Viele Betriebe bieten ihren Mitarbeitern als Bonus ein Fahrzeug-Leasing an. Umweltfreundlicher und dazu noch gut für die Gesundheit ist ein anderes Modell: das Dienstfahrrad. So funktioniert das Konzept.

Mit dem Jobrad zur Arbeit

Viele Betriebe bieten ihren Mitarbeitern als Bonus geleaste Dienstwagen an. Viel umweltfreundlicher und auch noch gut für die Gesundheit ist das junge Dienstrad-Leasing-Konzept, mit dem vor allem kleine Betriebe bei ihren Mitarbeitern punkten können.

Als Ulrich Prediger vor mehr als zehn Jahren mit seinem Rad zur Arbeit kam, wurde er noch belächelt. Ob er seinen Führerschein verloren habe, wurde er scherzhaft gefragt. „Doch inzwischen ist das Rad für viele zu einer alltagstauglichen Option geworden“, sagt Prediger, der selbst Pionierarbeit leistete und JobRad gründete. Sein Unternehmen ermöglicht Arbeitnehmern, Fahrräder kostengünstig über den Arbeitgeber zu beziehen. Grundlage für das junge Dienstrad-Leasing-Konzept ist ein Erlass der Länderfinanzbehörden, der das „Dienstwagenprivileg“ auch für Fahrräder und E-Bikes ermöglicht.

Unternehmen
gewinnen an
Attraktivität für
Mitarbeiter und
entlasten die
Umwelt.

Finanziert wird das Dienstrad per Gehaltsumwandlung. Der Arbeitgeber behält monatlich einen kleinen Teil des Gehalts für die Leasing-Rate ein. Im Gegenzug überlässt er dem Mitarbeiter das Rad zur freien Nutzung. Dabei gilt: Jedes Rad kann geleast werden – vom Mountainbike über E-Bike bis zum Lastenfahrrad. Durch das Dienstrad entsteht dem Arbeitnehmer ein finanzieller Vorteil, der nach der Ein-Prozent-Regel zu versteuern ist. Und das lohnt sich: Dienstradler können 25 Prozent, durch Sonderzulagen bis zu 50 Prozent, gegenüber einem Direktkauf sparen.

 

Der Verkehr wächst, das Rad ist eine günstige Alternative

Doch wie profitieren Arbeitgeber davon? „Unternehmen gewinnen an Image und Attraktivität für Mitarbeiter und entlasten gleichzeitig die Umwelt“, erklärt Prediger. Gerade auch für kleine Betriebe sei es ein attraktives Tool, um Mitarbeiter zu gewinnen. Zudem tragen Inhaber keinerlei Kosten und werden in allen wichtigen Schritten einschließlich der Lohnbuchhaltung beraten. Allein über JobRad wickeln rund 6.000 Arbeitgeber ihre Dienstrad-Leasing-Geschäfte ab. Und neben JobRad gibt es inzwischen eine Reihe von anderen Dienstrad-Leasing-Angeboten in Deutschland. Das Geschäft floriert. Nicht zuletzt weil der Verkehr in den Städten wächst und das Rad eine günstige und praktische Alternative zum Auto bietet.

 

Handwerksbetriebe können mit dem Jobrad ihr Image verbessern

Auch Gabriele Poth, Leiterin des Zentrums für Umwelt und Energie (UZH) bei der Handwerkskammer Düsseldorf, beobachtet, dass alternative Angebote zum Auto inzwischen als Imagefaktor bei Handwerksbetrieben gelten: „Hinzu kommen drohende Fahrverbote durch zu hohe Stickoxidwerte in vielen deutschen Städten. Auch Düsseldorf wird wahrscheinlich betroffen sein.“ So wurde seitens der Handwerkskammer eine Mobilitätspartnerschaft angeregt, in der Betriebe und Unternehmen neue Ideen umsetzen, um für Mitarbeiter als Standort weiter attraktiv zu bleiben. Poth: „Das Dienstrad-Leasing ist dabei auf jeden Fall ein wichtiges Instrument.“

So richten Sie das Modell für Ihren Betrieb ein

  1. Ein Arbeitgeber schließt mit einem Leasing-Partner seiner Wahl (siehe Links unten) einen Rahmenvertrag ab, der die Leasing-Bedingungen, den Bestellablauf und die Lieferung regelt. Dabei wird der Arbeitgeber zu keiner Mindestabnahmemenge von Rädern verpflichtet.
     
  2. Nach Abschluss des Rahmenvertrags informiert der Arbeitgeber seine Mitarbeiter über das Mobilitätsangebot. Zusätzlich unterstützen die Leasing-Partner den Arbeitgeber mit allen zusätzlichen Informationen.
     
  3. Jetzt wählt der Mitarbeiter sein Wunschrad bei einem Fachhandelspartner aus und bestellt es über den Leasing-Partner. Nach der Freigabe durch den Arbeitgeber wird die Bestellung ausgelöst. Der Mitarbeiter kann dann sein Wunschrad im Radgeschäft abholen und gleich losradeln.
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