Gesundheit im Betrieb

Die IKK classic und der Unternehmerverband Handwerk setzen sich für Prävention ein. Zwei Beispiele zeigen, wie wichtig diese Arbeit ist.

So geht betriebliche Prävention

Bei der IKK classic dreht sich alles um gesundheitliche Vorteile. In Sachen betriebliche Prävention kooperiert die Krankenkasse mit dem Unternehmerverband Handwerk NRW e. V. Der Zusammenschluss hat bereits Früchte getragen – zwei Mitgliedsbetriebe des Unternehmerverbandes gehen mit Blick auf Mitarbeitergesundheit mit gutem Beispiel voran. Die Dachdecker-Innung des Kreises Kleve aus dem Dachdecker-Verband Nordrhein sowie Eichenauer Gebäudeservice als Mitglied der Innung der Gebäudedienstleister Köln-Aachen veranstalteten je einen umfangreichen Gesundheitstag.​

​Volles Haus in Goch

Der Dachdecker-Verband Nordrhein lud zum Gesundheitstag. Auch Geschäftsführer Thomas G. Schmitz war vor Ort in Kleve.

© Dachdecker-Verband Nordrhein

Eins ist sicher. Nach diesem facettenreichen Gesundheitstag haben sich viele Mitarbeiter neue Ziele gesteckt, sich versichert, auf einem guten Weg zu sein oder den Ansporn erhalten, künftig noch mehr für ihre Gesundheit zu tun - auch am Arbeitsplatz. Denn darum drehte sich der erste Gesundheitstag der Dachdecker-Innung des Kreises Kleve am 1. September 2017.  

 

Erfolg auf der ganzen Linie: „Unser Ziel ist es, gerade in Zeiten des demografischen Wandels ältere Mitarbeiter länger im Betrieb zu halten und jüngere Mitarbeiter an das Konzept Gesundheit heranzuführen. Gemeinsam mit der IKK classic möchten wir diese Zielgruppen erreichen und ihr Verhalten langfristig verändern, damit Spaß wie auch Leistungsfähigkeit in unserem Beruf weiterhin gegeben sind“, sagte Thomas G. Schmitz, Geschäftsführer des einladenden Dachdecker-Verbandes Nordrhein, der selbst beim Gesundheitstag vor Ort in Goch am Niederrhein war.

 

Den eigenen Bezug finden

Erfreulich viele Handwerker und Betriebsinhaber hatten das freiwillige Angebot wahrgenommen, um sich dem Thema Gesundheit auf ihre ganz persönliche Weise zu nähern. Der individuelle Kontakt fördert die Auseinandersetzung mit der eigenen Gesundheitsvorsorge, wie IKK-Gesundheitsmanagerin Mechtild Janßen vor Ort schilderte: „Es geht darum, was man in diesem Bereich machen kann und wo die eigenen Bezugspunkte liegen. Man kommt so viel näher mit seinen eigenen Zipperlein in Berührung – und kann daraufhin mehr für die individuelle Prävention tun.“ Die IKK classic hat Trainer in sämtlichen Bereichen der Prävention, beispielsweise gegen Stress, körperliche Belastungen und Sucht oder in den Bereichen Ernährung und gesunde Führung. „Gerade Letzteres gewinnt immer mehr an Bedeutung“, sagte Janßen.

Spannende Einblicke, positive Rückmeldungen

Deshalb bekamen die zahlreich vertretenen Innungsmitglieder spannende und informative Einblicke in genau diese Themen – und wurden an den vielen verschiedenen Stationen oftmals selbst aktiv: etwa bei den Checks zu Körperhaltung, Muskelkraft und Rückengesundheit, beim Hör-, Seh-, Lungenfunktions- oder UV-Test, bei Gleichgewichts- und weiteren Übungen zu Fitness und Beweglichkeit. Diplom-Sportlehrer Thorsten Wagner zeigte sich von den positiven Ergebnissen sehr beeindruckt, und auch Ernährungsberater Frédéric Letzner stieß bei den Zuhörern seines Vortrags über gesundes Mittagessen-Verhalten auf reges Interesse und löste viele Aha-Erlebnisse aus.

 

Prävention: die Maßnahme der Zukunft

Zum Ende des vierstündigen Gesundheitstages fühlten sich die Handwerker bestärkt, mehr für Fitness und Wohlbefinden zu tun – aber wurden bei positiven Testergebnissen auch in ihrem bisherigen verantwortungsvollen Verhalten bestätigt. So nahmen sie Denkanstöße und ein gutes Gefühl mit nach Hause. Auch seitens der Betriebsinhaber gab es ein einhelliges Fazit: Gesunde und motivierte Mitarbeiter sind das Kapital eines jeden Unternehmens – und betriebliche Präventionsmaßnahmen ein unabdingbares Werkzeug, um dieses Kapital langfristig für die eigene Firma zu erhalten. „Unser Gesundheitstag war ein großer Erfolg: Alle haben sich wohlgefühlt und es gab viele interessante Diskussionen“, fasste Verbandschef Schmitz das Event zusammen.

 

Die Motivation geht weiter

Die Saat für weitere Veranstaltungen ist nach diesen Erfolgen bereits gesät: 2018 wird der Dachdeckerverband weitere Gesundheitstage mit der IKK classic, z. B. in Düsseldorf, dem Bergischen Land, dem Rhein-Erft-Kreis und Viersen, auf die Beine stellen. Für die Dachdecker-Gilde – die Jungunternehmer des Dachdeckerverbandes – ist ein Kompakt-Gesundheitsabend für Führungskräfte geplant. Für einen Betrieb aus der Klever Innung war der Gesundheitstag sogar der Einstieg in ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM), bei dem ihm die Experten der IKK classic langfristig zur Seite stehen.

Gesund und fit als Führungskraft

Auch der gemeinsame Gesundheitstag der Eichenauer Gebäudeservice GmbH und der IKK classic war ein voller Erfolg. Unter anderem gab es Check-ups zu verschiedenen Bereichen, darunter Gesundheitswerte wie Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker, aber auch Mobilität und Stärke des Rückens. Auch zum Stress-, Haut- und Hör-Check konnten sich die Mitarbeiter anmelden. Highlight war ein Simulator, der die Führungskräfte von jetzt auf gleich altern ließ.

 

„Der Job eines Gebäudereinigers ist körperlich sehr anstrengend. Hüfte, Knie und Schultern werden dabei sehr belastet. Deshalb haben wir in der Branche generell einen sehr hohen Krankenstand“, schildert Christian Bieker, Geschäftsführer der Eichenauer Gebäudeservice GmbH am Standort Bonn. Um das zu ändern und den Mitarbeitern Tipps mit auf den Weg zu geben, wie sie nicht nur ihre Bewegungen, sondern das komplette Verhalten am Arbeitsplatz gesundheitsfreundlicher gestalten können, organisierte das Unternehmen im Mai 2017 erstmals einen Gesundheitstag zusammen mit der IKK classic.

 

Anregungen verinnerlichen

„Wir haben uns zum ersten Mal in diesem Ausmaß mit dem Thema auseinandergesetzt und die Mitarbeiter einbezogen“, berichtet Bieker. Das mehrstündige Event war bewusst auf Führungskräfte ausgerichtet: „Wir hatten zum Ziel, dass unsere Objektleiter Anregungen vom Gesundheitstag verinnerlichen und diese wiederum ihrem Personal weitervermitteln, mit dem sie täglich zusammen sind.“

Christian Bieker, Geschäftsführer der Eichenauer Gebäudeservice GmbH in Bonn

© Foto Studio Sachsse

Ernährung für die Fitness

Wer selbst für gesundheitsbewusstes Verhalten sensibilisiert sei, könne authentischer, zielgerichteter und somit effizienter andere mit auf diesen Weg nehmen, sagt der Geschäftsführer. 20 Teilnehmer – hauptsächlich Objektleiter – durchliefen auf dem Gesundheitstag des Unternehmens zahlreiche unterschiedliche Stationen. Beim Thema „gesunde Ernährung“ ging es beispielsweise nicht nur darum, bewusst Vitamine und Mineralstoffe zu sich zu nehmen, sondern auch leicht zu essen, den Organismus nicht zu überfordern. Bieker: „Wir haben viel darüber erfahren, was man essen kann, um über den gesamten Tag fit zu bleiben und das bekannte Tief nach dem Mittagessen zu vermeiden, auch mit Energie-Snacks für zwischendurch.“

 

Tipps für die Praxis

Einher gingen diese Informationen mit Einsichten in die Funktionsweise des Herz-Kreislauf-Systems. Neben unter anderem Blutwerte-Checks mit unmittelbarer Auswertung, Geschicklichkeits-Stationen, bei denen z. B. der Gleichgewichtssinn geschult wurde, einer Stressmessung am Ohr sowie einem Test von Bauch- und Rückenmuskulatur sowie Handkraft gab es einen Hebe-Trage-Parcours, speziell ausgerichtet auf die Arbeitsbedingungen der Gebäudereiniger. „Diese Individualisierung war ganz eindeutig ein Vorteil, denn die Tipps kann man direkt auf seine eigene Arbeit übertragen. Gebäudereiniger müssen z. B. oft Geräte und zehn Liter schwere Kanister transportieren. Wir haben gelernt, besonders knie-, rückenschonend und schulterfreundlich zu heben und zu tragen.“

 

Spürbar altern in Sekunden

Auch ein Parcours zur Alterssimulation öffnete den Führungskräften interessante Einblicke – dort konnten sie am eigenen Körper realitätsnah erfahren, wie sich der Job anfühlt, wenn man älter wird. Ein Highlight mit ausgesprochen positiver Resonanz war ein Vortrag über wertschätzende Mitarbeiterführung, wie Bieker berichtet. „Der Vortrag ist so gut angekommen, dass wir überlegen, eine Folgeveranstaltung anzubieten.“ Der Gesundheitstag habe sich allerdings nicht nur mit Blick auf den letztgenannten Vortrag, sondern auch umfassend gelohnt, ist das Fazit des Geschäftsführers. „Die Arbeit einmal einige Stunden liegen zu lassen, ist im laufenden Betrieb nie einfach. Aber die Erkenntnisse und die positiven Effekte, die daraus resultieren werden, sind es allemal wert.“ Zudem sei es für alle Mitarbeiter spannend gewesen, zu erfahren, wo die jeweils eigenen körperlichen Schwachstellen liegen – um bewusster damit umzugehen und daran zu arbeiten, um einem Fortschreiten vorzubeugen.

 

Nachhaltige Einblicke mit Nebeneffekt

„Jeder weiß jetzt, wo er gesundheitlich steht und wo er Handlungsbedarf hat, sei es bei der gesünderen Ernährung oder der Bewegung", fasst Bieker zusammen. "Im Alltag kommt das ansonsten oft zu kurz. Ich bin außerdem zuversichtlich, dass unsere Führungskräfte ihr Wissen auch adäquat an ihre Mitarbeiter weitergeben werden – einige sind sogar schon dabei.“ Der Gesundheitstag hatte übrigens, wie der Geschäftsführer beschreibt, auch einen tollen Nebeneffekt: „Alle kamen an einem Ort zur selben Zeit zusammen – das hat uns die Gelegenheit gegeben, uns untereinander auszutauschen.“ In einigen Punkten werde das Unternehmen in Zukunft tiefer einsteigen, davon ist Bieker überzeugt. Auch ein weiterer Gesundheitstag ist eine Option – dann vielleicht in der Hauptniederlassung in Siegen.

Bildnachweis Header: © Syda Productions/Fotolia


Nächster Artikel

Wir für Sie – Ein Vortrag zum Thema Gesundheit im Betrieb.

mehr
Dr. Marco Freiherr von Münchhausen