Wachstumsbranche Handwerk

Dem Handwerk geht es gut. Das zeigt der Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Die Branche wächst. Vor allem das Baugewerbe kann sich über steigende Zahlen freuen.

Das Handwerk wächst und wächst und wächst

Stimmung erreicht 2017 Höchstwert

Laut Konjunkturbericht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) für das erste Quartal 2017 befinden sich die Handwerksbetriebe deutschlandweit in guter Stimmung. Demnach beurteilten 90 Prozent der befragten Betriebe ihre Geschäftslage für 2017 mit „befriedigend“ oder „gut“. Die Erwartungen für das Frühjahr waren sogar noch besser. Dort steigt dieser Wert nochmals um vier Prozentpunkte. Damit ist ein neuer Höchststand erreicht. Die anhaltend gute binnenwirtschaftliche Konjunktur und insbesondere die starke Baukonjunktur zum Jahresbeginn 2017 sind dafür ursächlich.

 

Grafiken Wachstumsbranche Handwerk

 © Quelle: ZDH; Grafik: Klaus Niesen

Die Zugpferde der Branche

Spitzenwerte erreicht die gute Geschäftslage deutschlandweit in den Ausbauhandwerken. Dort verzeichnen 59 Prozent der Unternehmen gute Geschäfte (im ersten Quartal 2016 lag der Wert bei 50 Prozent); nur sieben Prozent hingegen geben aktuell in der Branche an, schlechte Geschäfte zu machen (im Vorjahreszeitraum waren es noch neun Prozent).

Auf Platz zwei liegen die Bauhauptgewerke: Dort berichten 51 Prozent der Unternehmen von guten Geschäften (2016: 42 Prozent), 8 Prozent hingegen nur von schlechten Geschäften (2016: 12 Prozent). Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) sind die Spitzenwerte in erster Linie auf das anhaltende Konjunkturhoch im Bau zurückzuführen.

Aber auch in vielen anderen Branchen sieht es gut aus. So beurteilt beispielsweise jeder zweite Betriebsinhaber in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf seine Geschäftslage als gut (51 Prozent; 2016: 43 Prozent). Weniger als 10 Prozent schätzen die Lage als schlecht ein (9 Prozent; 2016: 13 Prozent).

 

Grafiken Wachstumsbranche Handwerk

 © Quelle: ZDH; Grafik: Klaus Niesen

Der Umsatz wächst

91 Prozent der handwerklichen Betriebe erwarten aktuell eine gute oder stabile Umsatzentwicklung. Auch dort zeichnet sich daher ein positiver Trend ab, der anhält. Dabei bewerten beinahe alle Gewerkegruppen des Handwerks die Entwicklung ihres Umsatzes besser als im Vorjahr. Im ersten Quartal 2017 ist lediglich der Umsatzindikator der Lebensmittelgewerke geringfügig um einen Zähler auf minus 11 Punkte gesunken. Zu den Gewinnern zählen die Kfz-Handwerke; dort stieg der Umsatzindikator von minus 16 auf 8 Punkte. Auch ist der Umsatzindikator bei den Bauhauptgewerken (von minus 20 auf minus 13 Punkte) und den Ausbaugewerken gestiegen (von minus 4 auf plus 1 Punkt). Generell bleibt der Trend positiv: Alle Gewerkegruppen rechnen weiter mit zunehmenden Umsätzen für 2017.

 

Grafiken Wachstumsbranche Handwerk

 © Quelle: ZDH; Grafik: Klaus Niesen

Mehr Mitarbeiter fürs Wachstum

Erstmals seit Beginn der ZDH-Konjunkturberichterstattung erreicht der Beschäftigungsindikator in einem ersten Quartal einen positiven Wert. Er steigt um drei Zähler auf einen Punkt. Laut ZDH signalisiert dieser Indikator, dass der übliche saisonale Beschäftigungsabbau in den Wintermonaten zum Jahresbeginn 2017 im Gesamthandwerk nicht stattgefunden hat. In der Summe haben die Betriebe sogar Stellen geschaffen.

Ein wichtiger Faktor hierfür ist der hohe Auftragsbestand im Handwerk. 88 Prozent der Betriebe geben an, dass sie ihren Personalbestand im ersten Quartal 2017 aufrechterhalten oder sogar aufgestockt haben (I/2016: 86 Prozent). Und auch die Einstellungsbereitschaft bleibt im Handwerk insgesamt weiter hoch. Insbesondere sorgten die gute Industriekonjunktur sowie die hohe Bauaktivität dafür, dass in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf (Beschäftigungsindikator: 3 Punkte) sowie bei den Ausbaugewerken (Beschäftigungsindikator: 1 Punkt) neue Stellen geschaffen werden konnten.

 

Grafiken Wachstumsbranche Handwerk

 © Quelle: ZDH; Grafik: Klaus Niesen

Investitionsentwicklung

Auch die Investitionsfreude im deutschen Handwerk hat weiter zugelegt. Gegenüber dem Vergleichsquartal 2016 ist der Anteil der Betriebe, die nicht investiert haben, um 3 Prozentpunkte auf 20 Prozent gesunken. Der Anteil der Unternehmen, die mehr investierten, steigt zudem um 1 Prozentpunkt auf 21 Prozent. Damit erreicht der Investitionsindikator erstmals seit 1992 in einem ersten Quartal wieder einen positiven Wert. Er steigt um 4 Punkte auf 1 Punkt. Zudem ist der Investitionsindex in allen Gewerkegruppen – mit Ausnahme der Gesundheitshandwerke (minus 7 Zähler auf 2 Punkte) – gestiegen. Auch dieser Trend setzt sich im Jahresverlauf positiv fort.

 

Grafiken Wachstumsbranche Handwerk

 © Quelle: ZDH; Grafik: Klaus Niesen

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