Über sich hinauswachsen

Motivierte Mitarbeiter sind das höchste Gut einer Firma erst recht, wenn der Betrieb wachsen soll. Doch wie können Chefs ihr Team darin unterstützen, gern zur Arbeit zu kommen? IKK-Expertin Katja Keller-Landvogt gibt Tipps.

„Ernst gemeintes Interesse an seinen Mitarbeitern zeigen“

In einer aktuellen Forsa-Umfrage der IKK classic gab bereits jeder Dritte der Befragten an, dass ihm ständig oder häufig die Arbeit über den Kopf wächst. In unserer schnelllebigen Zeit mit immer neuen technologischen Entwicklungen und immer kürzer geforderten Reaktionszeiten in allen Bereichen ist es daher besonders wichtig für Betriebe, für die Gesundheit und Motivation ihrer Beschäftigten zu sorgen. Das müssen sie nicht allein stemmen. Hilfestellung bei diesem komplexen Thema erhalten sie von der IKK classic.

Wie erfolgreich ein Betrieb ist, hängt maßgeblich von der Leistungsfähigkeit und vom Engagement seiner Mitarbeiter ab. Katja Keller-Landvogt, Fachberaterin für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei der IKK classic in Freiburg, gibt Tipps, wie Unternehmer ihre Beschäftigten gezielt dabei unterstützen können, ihre Potenziale voll auszuschöpfen.

Das Entscheidende ist, die Mitarbeiter nach ihren Fähigkeiten einzusetzen.

Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, ihre Mitarbeiter zu motivieren?

Man kann Mitarbeiter gut motivieren, wenn man die Visionen und Ziele des Betriebes gemeinsam erarbeitet und transparent macht, persönliche Ziele mit den Mitarbeitern entwickelt und sie auf dem Weg dorthin unterstützt und fördert. Sehr wichtig sind dabei das wertschätzende Feedback des Vorgesetzten, die Anerkennung erreichter Ziele und besonderer Leistungen sowie die faire Kritik mit Besprechung von Verbesserungsideen. Nur so können die Ziele auch erreicht werden.

 

Wie können Unternehmer ihre Mitarbeiter dabei unterstützen, über sich hinauszuwachsen und ihre Potenziale voll auszuschöpfen?

Das Entscheidende ist, die Mitarbeiter nach ihren Fähigkeiten einzusetzen. Ich erkläre dies immer gern am Beispiel eines Videos von Dr. Eckart von Hirschhausen: Es zeigt einen unbeholfen watschelnden Pinguin an Land, der aber im Wasser nur so davonschießt. Das habe ich auch in der Praxis oft erlebt, dass Mitarbeiter, die falsch eingesetzt werden, in ihrer Leistungsfähigkeit gebremst sind und sogar mit psychosomatischen Beschwerden reagieren. Werden sie aber in andere Abteilungen mit anderen Aufgaben versetzt, entfalten sie oft ihr volles Potenzial und können zu wertvollen Leistungsträgern werden.

Studien belegen, dass sich das Thema Handlungs- und Betätigungsspielraum sehr stark auf die Motivation auswirkt.

Wie geht ein Unternehmer am besten dabei vor?

Er muss zunächst die Fähigkeiten seines Mitarbeiters erkennen und diese fördern und weiterentwickeln. Ein kleiner Handwerksbetrieb, den ich kenne, spricht beispielsweise immer mit seinen Mitarbeitern, um herauszufinden, was sie richtig gern machen, und schreibt sich alles auf. Im Fachjargon heißt dieses Dokumentationsinstrument Kompetenzmatrix. Dann schaut er, wie er die Arbeit bestmöglich nach den Vorlieben der Mitarbeiter verteilen kann. Natürlich kann nicht jeder immer nur das machen, was ihm Spaß macht, aber doch zu einem guten Teil. Das steigert die Zufriedenheit, und zufriedene Mitarbeiter sind motivierte Mitarbeiter.

 

Welche Rolle spielen Bezahlung und Aufstiegschancen?

Geld wirkt nur sehr kurzfristig, dann wird es normal. Aufstiegschancen sind in kleinen Handwerksbetrieben leider begrenzt. Aber Chefs haben die Möglichkeit, Verantwortung in kleinen Teilen an ihre Mitarbeiter zu übertragen und ihren Handlungsspielraum zu erhöhen. Studien belegen, dass sich das Thema Handlungs- und Betätigungsspielraum sehr stark auf die Motivation auswirkt. Aber man darf die Mitarbeiter auch nicht überfordern. Die Aufgaben müssen zu ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten passen. Wichtig ist, motivierten Mitarbeitern Wertschätzung entgegenzubringen. Dazu gehört Transparenz und Partizipation, also sie einzubinden, an Besprechungen teilnehmen zu lassen, ihre Meinung einzuholen und ihre Ideen aufzugreifen.

Ein guter Weg ist, Betriebliches Gesundheitsmanagement einzuführen.

Hoch motivierte Beschäftigte neigen dazu, keine Pausen einzuhalten und lange zu arbeiten. Hier lauert die Gefahr eines Burn-outs. Wie können Führungskräfte hierbei gegensteuern?

Sie sollten mit gutem Beispiel vorangehen, Pausen einhalten und nicht bis in die Nacht im Betrieb sein. Das bedeutet zunächst, dass die Führungskraft für sich selbst gut sorgen sollte, also auch auf ihre eigene Gesundheit und ihr Arbeitspensum achten sollte. Wenn sie für das Thema sensibilisiert ist, kann sie Überforderungen bei Mitarbeitern frühzeitig erkennen und entsprechend gegensteuern. Dazu ist es hilfreich, dass sie mit ihnen in ständigem Kontakt ist, ein echtes Interesse an ihnen hat und mit ihnen kommuniziert. In einer vertrauensvollen Atmosphäre können Chefs schneller reagieren, wenn die Mitarbeiter drohen auszubrennen.

 

Wie können sie zu einer ausgewogenen Work-Life-Balance beitragen?

Ein guter Weg für Führungskräfte ist, Betriebliches Gesundheitsmanagement einzuführen und die Mitarbeiter dadurch zu sensibilisieren. Damit können sie die Arbeitsbedingungen verbessern und das Thema Gesundheit am Arbeitsplatz mit den Aspekten Bewegung, Ernährung, Entspannung und Stressbewältigung ganzheitlich angehen.

BGM in Kürze

Das Betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) der IKK classic hat das Ziel, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter zu steigern sowie körperliche und psychische Stabilität zu schaffen. Die Maßnahmen des BGM richten sich am Bedarf des jeweiligen Unternehmens und an den vorhandenen Ressourcen aus. Jeder Betrieb plant mit einem Gesundheitsmanager der IKK classic die Umsetzung vor Ort. Gemeinsam werden Ziele formuliert und es wird das weitere Vorgehen besprochen. Nach der Analyse der Gesundheitssituation im Betrieb werden die entsprechenden Trainings oder Seminare durchgeführt. Aber auch schon mit kleinen Veränderungen an Arbeitsabläufen oder in Kommunikationsstrukturen lassen sich große Wirkungen erzielen.

Mehr Infos zum BGM gibt es hier.

Kontakt: bgm@ikk-classic.de

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