Kolumne

In der profil-Kolumne gibt Wirtschaftspsychologe Tobias Nitzschke dieses Mal Tipps, wie Inhaber ihre Mitarbeiter motivieren können. Am besten läuft das, wenn sie selbst motiviert sind.

Feel good – do well!

Nichts ist so vorwärtsgerichtet wie Motivation. Spüren wir diese treibende Kraft, wollen wir Großes leisten. Wir sind inspiriert, beflügelt, angestachelt und haben einen Anlass, zuzupacken: eben unseren Impuls, etwas voranzubringen. Der bringt uns nicht nur in Bewegung, sondern auch das entsprechend angestrebte Ergebnis: Was wir beherzt anpacken, das schaffen wir auch.

 

Hohe Produktivität, tolle Ergebnisse, positives Feedback

Diese Motivation ist im Arbeitsumfeld natürlich enorm hilfreich. Für den Einzelnen, für das Team, für den ganzen Betrieb. Hohe Produktivität, tolle Ergebnisse, positives Feedback auf die Resultate und damit einmal mehr Antrieb, sein Bestes zu geben … mit all diesen Faktoren macht das Unternehmen große Schritte in Richtung Erfolgssteigerung. Ganz zu schweigen von möglichen neuen Ideen, die dann vielleicht mit noch größerem Elan umgesetzt werden können. Klingt gut so weit. Und erfreuliche Bilanzen wollen wir schließlich alle, oder? Also, los geht’s!

Schön wär’s. Permanente Leistungsbereitschaft und -fähigkeit entfachen sich nicht von selbst, sondern erwachsen aus einem guten Gefühl. Viele Chefs versuchen dieses zu triggern, indem sie ihren Mitarbeitern finanziell entgegenkommen oder den Arbeitsplatz besonders angenehm herrichten. Die Rahmenbedingungen zu optimieren, ist nett, aber der Effekt nicht von Dauer, wie Studienergebnisse immer wieder zeigen: Hohe Gehälter, Boni, schicke Dienstwagen, Umsatzbeteiligungen, Leistungsprämien, Urlaube und Extra-Auszeiten, selbst gemeinsame Fun-Events zwecks Teambuilding verglühen schnell, weil sie zur Gewohnheit werden. Die Botschaft an Vorgesetzte lautet stattdessen: Wohlgefühl muss her – und zwar auf ganzer Linie.

 

Wer sich gefordert, aber nicht überfordert fühlt, ist produktiv

Was gehört dazu? Wer als Angestellter gern morgens aufsteht und zur Arbeit geht, sieht sich mit den richtigen, lösbaren und angemessen anspruchsvollen Aufgaben in ebenso passendem Umfang betraut und im geeigneten Team eingesetzt. Verwunderlich oder gar neu ist das nicht. Nur wer sich gefordert, aber nicht überfordert fühlt, ist produktiv. Und warum klappt es bei manchen trotzdem noch nicht mit dem Erfolg? Bei einer wachsenden Anzahl von Betrieben soll diese Frage ein eigens fürs Mitarbeiterwohlbefinden eingestellter Feel-Good-Manager beantworten – mitsamt den entsprechenden Lösungen, versteht sich. Auch das ist ein Weg, der leider ebenso wenig dauerhaft zum Erfolg führen kann. Mal abgesehen davon, dass es bei so manchem Feel-Good-Management wieder nur darum geht, den Leuten die äußeren Umstände so angenehm wie möglich zu machen.

Für den Betrieb und die Mission brennen

Die wahre Fackel ist der Chef. Ohne den geht nichts, er muss diese ganzen Bemühungen unterstützen. Und zwar von innen heraus, nicht mit der Theorie-Brille auf der Nase und preisgekrönten Konzepten von Externen. Ganz aus sich selbst motivieren – das geht nur, wenn Sie selbst für Ihren Betrieb und Ihre Mission brennen. Am Ende können nur Sie echte Passion dauerhaft entzünden – so, wie eine Wunderkerze mit ihren Funken die nächste zum Lodern bringt. Gehen Sie deshalb doch einfach mal in sich und suchen Sie das Licht Ihrer ganz persönlichen Wunderkerze.

 

Was ist die Ursache des Funkens, der Sie einst auf Ihren Erfolgsweg gebracht hat, dahin, wo Sie jetzt stehen? Was erleuchtet seitdem Ihren Arbeitsalltag, den Umgang mit Ihren Mitarbeitern, das Akquirieren von Kunden, das Umsetzen von Projekten? Was ist Ihr individueller, eigener Antrieb? Tragen Sie den nach außen, leben Sie ihn und ÜBERtragen Sie ihn auf Ihre Belegschaft. Denn was auf Wachstum bedachte Betriebe vor allem brauchen, ist dieses gleißende Licht, das die Basis ihres Schaffens hell und warm erleuchtet.

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