Die WM der Berufe

Konditor Fabian Böckeler und Stuckateur Lukas Kirschmer haben an den Weltmeisterschaften der Berufe teilgenommen. Die beiden IKK-Versicherten erzählen im Interview von ihrer Vorbereitung.

„Wir freuen uns auf die World-Skills Abu Dhabi 2017“

Bei den Weltmeisterschaften der Berufe, den WorldSkills, sind vom 15. bis 18. Oktober 2017 mehr als 1.200 junge Fachkräfte aus 58 Ländern in 51 Gewerken gegeneinander angetreten und haben ihr Können gezeigt. Mit Konditor Fabian Böckeler und Stuckateur Lukas Kirschmer haben sich zwei unserer Versicherten für die Teilnahme qualifiziert und waren beim Endentscheid in Abu Dhabi dabei. Wir haben sie vorab befragt.

 

Fabian Böckeler (22 Jahre), Konditor aus Bühl

 

Wie haben Sie sich für Abu Dhabi qualifiziert?

Ich habe im Kammerentscheid und dann auf Landes- und Bundesebene jeweils den ersten Platz belegt. Dafür habe ich zum Beispiel Pralinen, Marzipanfiguren, Torten und Schaustücke aus Zucker und Schokolade in Eigenregie gefertigt. In Abu Dhabi werden die Aufgaben dann noch etwas kniffliger sein. Wir müssen zum Beispiel ein ein Meter hohes „Riesen-Schaustück“ erstellen. Es gibt insgesamt sechs Aufgaben, eine davon bleibt bis Abu Dhabi geheim.

Ich denke, dass mir die Teilnahme auch bei meinem weiteren beruflichen Weg sehr hilfreich sein wird.

Wie bereiten Sie sich auf die WM vor?

Ich habe mir bei Sprüngli, wo ich derzeit in Zürich arbeite, unbezahlten Urlaub genommen. Seit Anfang August übe ich für die Weltmeisterschaft sieben Tage die Woche. Ich denke, dass ich gut mit Stress umgehen kann. Trotzdem muss nicht nur kreativ, sondern auch schnell und sauber gearbeitet werden. Das trainiere ich gerade.

 

Das ist ein sehr hoher Aufwand. Was ist Ihre Motivation für all das?

Ich habe Glück, dass mein Chef bei Sprüngli früher selbst bei der deutschen Nationalmannschaft der Köche war und mir daher keine Steine für das Projekt in den Weg legt. Aber sicher, es ist schon nicht ohne, da ich einige Monate nicht arbeiten kann und während meiner kompletten Vorbereitungszeit auch kein Gehalt bekomme. Aber an einer WM teilnehmen zu können – das schaffen doch nur die Wenigsten. Das ist schon extrem toll. Und ich denke, dass mir die Teilnahme auch bei meinem weiteren beruflichen Weg sehr hilfreich sein wird. Ich würde nach meiner Zeit bei Sprüngli sehr gern noch den Meister machen und dann vielleicht noch nach Luxemburg zum Betrieb Oberweis gehen. Wichtig ist mir, dass ich mir auch noch ein wenig die Welt ansehen kann, bevor ich den Betrieb meiner Eltern in Bühl übernehme.

Stuckateur Lukas Kirschmer hat an den World Skills teilgenommen.

© privat

 

Lukas Kirschmer (20 Jahre), Stuckateur aus Blaubeuren

 

Wie kam es zu Ihrer Qualifikation in Abu Dhabi?

Im vergangenen Jahr habe ich meine Ausbildung beendet und mich dann über das Nationalteam Stuckateure für die WorldSkills qualifiziert. Dabei konnte ich mich bei einem Contest in Hamburg gegen rund sechs andere Stuckateure durchsetzen. Die Aufgabe war es, einen Kamin mit zwei Rundungen zu bauen. Das Reizvolle war wohl daran, dass das Werkstück nicht nur einen Kamin, sondern gleichzeitig auch ein Regal enthalten sollte.

Ich werde Menschen aus aller Welt kennenlernen, mich mit ihnen messen, aber auch sicher jede Menge Spaß haben.

Worauf freuen Sie sich im Hinblick auf die WM?

Es ist eine einmalige Chance für mich. Denn man darf für den weltweiten Wettbewerb nicht älter als 22 Jahre alt sein und auch nur einmal teilnehmen. Ich bin gespannt, was ich dort alles über mich lernen werde. Ich werde Menschen aus aller Welt kennenlernen, mich mit ihnen messen, aber auch sicher jede Menge Spaß haben. Für meinen Beruf werde ich bestimmt ebenfalls viel mitnehmen können. Es ist eine außergewöhnliche Arbeit, die ich dort unter hohem Zeitdruck machen werde. Es geht darum, ein komplettes Zimmer selbst zu bauen, mit einer Grundfläche von 2,40 Meter mal 2,40 Meter. Vier Wände werde ich errichten, mit verschiedenen Ausschnitten. Das heißt, es muss eine Tür und Fenster in verschiedenen Varianten geben. Dann heißt es, sich gegen die anderen Stuckateure aus aller Welt durchzusetzen. Darauf bereite ich mich derzeit im Ausbildungszentrum für Stuckateure in Leonberg vor. Unter anderem habe ich bereits Trainingseinheiten in Nürnberg und Arnsberg absolviert. Da das natürlich einen großen Zeitaufwand bedeutet, bin ich komplett aus dem Alltagsgeschäft freigestellt.

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