Kolumne: Kapriolen unerwünscht

Das Wetter können wir nicht beeinflussen - das Betriebsklima dafür umso mehr. In der profil-Kolumne gibt Wirtschaftspsychologe Tobias Nitzschke Tipps, wie Inhaber dauerhaft für Unwetterfreiheit in der Firma sorgen können.

Kapriolen unerwünscht!

Wenn wir mit dem meteorologischen Klima umgehen können, gilt das fürs Arbeitsklima allemal. Immerhin können wir letzteres in nahezu allen Facetten beeinflussen – und in die beste Richtung lenken.

 

Endlich Sommer! Wie lange haben wir auf die warmen Sonnenstrahlen gewartet, uns nach wolkenlosem Himmel, lauem Wind, nach hellen Tagen und langen Abenden gesehnt, an denen wir uns noch so frisch fühlen wie am von fröhlichem Vogelgezwitscher erfüllten Morgen. Was haben wir die Kälte, die Glätte, das Schmuddelwetter und die Dunkelheit der tristen Wintertage verflucht. Allerdings – näher betrachtet, sind schwüle 35 Grad auch nicht wirklich das Gelbe vom Ei, ganz zu schweigen von den ganzen Sommergewittern, nervigen Insekten und Grilldunst-Belästigungen aus Nachbars Garten. Irgendwie wünschen wir uns doch immer ein anderes Klima als das, was gerade herrscht.

Damit sich Ihre Mitarbeiter nicht in fremde Klimaverhältnisse fernab ihres Arbeitsplatzes wünschen und lieber am Strand statt auf der Baustelle oder im Büro verweilen wollen, können Sie zwar meteorologisch gesehen keine Wunder vollbringen – wohl aber das Betriebsklima maßgeblich beeinflussen, so, dass sich Ihre Teams heimisch fühlen. Sie haben es in der Hand, ob Ihre Mitarbeiter sozusagen wie die personifizierten Gewitterwolken umherziehen oder ob sie andere mit ihrem sonnenstrahlengleichen Lächeln innerlich erwärmen. Seien Sie ein Vorbild – denn wenn der Chef gut drauf ist, zieht die Belegschaft mit. Mit diesem Ziel vor Augen, wirkt jeder kleine Schritt.

Begegnen Sie negativen Witterungstrends proaktiv.

Ein paar Tipps: Versuchen Sie zunächst für sich selbst, sich in Ihrem Arbeitsumfeld bestmöglich zu akklimatisieren. Um die Motivation hoch zu halten, beherzigen Sie einfach dieses simple Motto: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung.“ Begegnen Sie negativen Witterungstrends positiv und proaktiv, dann klart der Himmel auch schnell auf. Neben der Übertragung ihrer eigenen Stimmung auf die Mitarbeiter sollten Sie deren Persönlichkeit und Arbeitsweisen genau beobachten, um entsprechend auf sie eingehen zu können – ein weiterer Schritt, um die Stimmungsbarometeranzeige nach oben klettern zu lassen und nicht schwerer, als sich die tägliche Wettervorhersage zu Gemüte zu führen.

Fällt Ihnen auf, dass sich Mitarbeiter untereinander nicht grün sind? Dann ergründen Sie, wo die Ursache liegt. Ist es nur ein vorübergehender Einbruch, etwa, weil der Kollege aus der Admin seinen Harzer Roller unverpackt im Gemeinschaftskühlschrank hat liegen lassen? Oder bewegen sich die Kollegen langfristig in der falschen Klimazone, gehören Nörgeln und gegenseitiges Demotivieren zu deren Arbeitsalltag wieder Sonnenaufgang zum Morgen? Sprechen Sie es an, mit Fingerspitzengefühl, versteht sich, und beziehen Sie die Ideen der Mitarbeiter in Lösungsansätze ein.

Halten Sie die Anzeige im Lot.

Sie werden sehen: Ihr Wetterradar wird mit der Zeit die kleinsten Umschwünge schon im Voraus ermitteln, sodass Sie zeitnah gegensteuern und die gute Stimmung im Betrieb halten können. Wo Regen droht, spannen Sie rechtzeitig den Schirm auf, wo ausgeglichene Temperaturen notwendig sind, halten Sie die Anzeige im Lot. So greifen alle Rädchen geschmeidig ineinander, ohne zu überhitzen, ohne Frostschäden. Gut, dass wir den vermeintlichen Kapriolen des Arbeitsklimas nicht schutz- und chancenlos ausgeliefert sind!

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