Grafik Büroklima

Angenehmes Arbeitsklima

Schlechtes Raumklima, stickige Luft, Hitze und Kälte haben Einfluss auf das Leistungsvermögen der Mitarbeiter. Im Extremfall können diese Faktoren sogar zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen. Neurodermitis- oder Schuppenflechte-Betroffene vertragen keine zu trockene Luft. Sie kann einen Krankheitsschub auslösen.

Auch für Erkältungen und die nächste Grippewelle ist schlechte Luft ein Nährboden. Die Schleimhäute werden ausgetrocknet – Weg frei für Krankheitserreger. Trockene Augen, juckende Haut, allergische Reaktionen, Kopfschmerzen oder Reizhusten können weitere Folgen sein. Bei einer Schadstoffbelastung der Luft, etwa durch Geräteemissionen, Ausdünstungen von Möbeln oder Materialien oder gar Schimmelpilzbefall können Erkrankungen der Atemwege bis hin zu Krebs begünstigt werden.

Damit der Arbeitsplatz die Mitarbeiter nicht krank macht, können Chefs in geschlossenen Räumen ein Grundklima schaffen, das zumindest die besten Voraussetzungen für die Gesundheit bietet.

Laut der Arbeitsstättenregel ASR A3.6 „Lüftung“ muss in umschlossenen Arbeitsräumen „gesundheitlich zuträgliche Atemluft“ herrschen. Die ASR A3.5 „Raumtemperatur“ schreibt für Arbeitsräume ohne betriebstechnisch spezifische raumklimatische Anforderungen eine „gesundheitlich zuträgliche Raumtemperatur“ vor.

0,15 m/s

Zugluft

Die Luftgeschwindigkeit sollte höchstens 0,15 m/s betragen – sonst besteht die Gefahr eines Zugs. Gemessen wird die Luftgeschwindigkeit mit einem Anemometer.

95% Produktivität können Mitarbeiter erreichen, wenn die Raumtemperatur optimal an ihre Bedürfnisse angepasst ist.

80% der Büroarbeiter sind mit der Temperatur an ihrem Arbeitsplatz unzufrieden. Manchmal entbrennt darum sogar ein handfester Streit zwischen Kollegen darüber, ob das Fenster geöffnet oder die Heizung aufgedreht werden soll.

Temperatur

zwischen 20 °C und 22 °C
sollte die Temperatur in geschlossenen Arbeitsräumen liegen. Je nach Jahreszeit und Außentemperatur kann diese auch variieren. Letztlich muss sich der Mitarbeiter wohlfühlen.

Luftfeuchtigkeit

zwischen 40% und 60% sollte die ideale Luftfeuchtigkeit liegen. Mit einem Hygrometer kann sie überprüft werden.

Messung

Am besten regelmäßig die Raumtemperatur überprüfen. Gegebenenfalls auch zu unterschiedlichen Tageszeiten. Das Thermometer sollte in Kopfhöhe und in mindestens 1 Meter Entfernung von der Wand gemessen werden. Eine Temperatur-Differenz von mehr als 4 Grad zwischen Fuß- und Kopfhöhe sollte vermieden werden.

Klimaanlage

Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) zur Lüftung sind erforderlich, wenn eine freie Lüftung nicht ausreicht oder nicht ausgeführt werden kann. Beispielsweise durch die Lage der Räume oder äußere Lasten, wie eine vielbefahrene Straße, die direkt vor den Fenstern verläuft. Dann ist der Betriebsinhaber verpflichtet, eine RTL-Anlage zu installieren.

Lüften

Ganz gleich ob Sommer oder Winter: Stoßlüften ist Pflicht. Als Anhaltswert wird in Büroräumen eine Lüftung nach 60 Minuten, in Besprechungsräumen nach 20 Minuten empfohlen – das besagt die Arbeitsstättenregel (ASR A3.6). Wie lange gelüftet wird, hängt von der Außentemperatur ab.

Als Faustregel gilt:
Sommer10min
Herbst5min
Winter3min
1,5-2 Liter

Trinken

Auf Sonne oder Kälte können Chefs und Mitarbeiter keinen Einfluss nehmen. Wer allerdings regelmäßig trinkt, beeinflusst seine eigene Körpertemperatur und damit auch die gefühlte Raumtemperatur. 1,5 bis 2 Liter Wasser – je nach Körpergewicht und Jahreszeit – sollte man am Tag trinken.

Ernährung

Wer gesund ist, kann Temperaturschwankungen oder ein schlechtes Raumklima besser meistern. Deshalb fettige Speisen in der Mittagspause vermeiden. Lieber einen leichten Salat, Obst und Gemüse auf den Speiseplan packen.

Außeneinfluss

Die Umwelt kann einen großen Einfluss auf das Raumklima haben. Vor allem im Sommer dringt durch Fenster Wärme und im Winter Kälte ein – erst recht durch ältere, schlecht isolierte Fenster. Spezielle Thermo-Rollos bieten Hitzeschutz.

Individuelle Maßnahmen

Nach Möglichkeit sollte der Betriebsinhaber auf besondere Belange einzelner Mitarbeiter Rücksicht nehmen. Asthmatiker brauchen beispielsweise oft spezielle Raumbedingungen. Auch bei Allergikern sind bestimmte Maßnahmen sinnvoll. Am besten mit den Betroffenen das Gespräch suchen.

Bildnachweis Illustration: Lorena Addotto