Die richtige Berufsbekleidung

Eine gepflegte Erscheinung ist auch im Handwerk nicht mehr wegzudenken. Welche Zwecke sollten Arbeits-, Berufs- und Schutzbekleidung idealerweise erfüllen, um die Kundenerwartungen zu erfüllen?

Gut gekleidet – höherer Umsatz

Lange Zeit sollte Berufsbekleidung schlicht zweckmäßig sein. Heute ist sie ein Indikator für Arbeitsqualität und Vertrauenswürdigkeit – und bekommt als Teil der Corporate Identity eine zunehmend große Bedeutung. Mehr Farbe, schickere Optik, bessere Passform sind ein Muss.

99 Prozent der Kunden in Deutschland wünschen sich von ihrem Handwerker in erster Linie Höflichkeit und Fachwissen. Fast genauso viele legen Wert auf Pünktlichkeit. Auf Platz drei der Ansprüche an Installateure, Maurer und Co: eine gepflegte Erscheinung in Form von ordentlicher Berufskleidung. Das ergab die aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts net-request im Auftrag des Textilservice-Unternehmens CWS-boco.

 

Jeder Zweite schließt auf die Arbeitsweise

Wer auf professionelle Berufskleidung setzt, profitiert davon gleich mehrfach, wie die Studienergebnisse bestätigen: Ein adrettes Erscheinungsbild suggeriert jedem zweiten Kunden von vornherein eine qualifizierte Arbeitsweise, und Einheitlichkeit lässt 86 Prozent der Befragten zusätzlich auf Professionalität schließen. So ist neben dem Imagegewinngleich auch die notwendige Vertrauensbasis auf Seiten der Auftraggeber geschaffen.

Persönliche Schutzausrüstung muss Mindestvorschriften erfüllen

„Die Akzeptanz der Kunden ist größer, wenn der Handwerker sein Handwerk in schöner Berufskleidung verrichtet – und das gilt für alle drei Sparten: Arbeits-, Berufs- und Schutzbekleidung“, bestätigt Thomas Lange, stellvertretender Hauptgeschäftsführer von GermanFashion, Modeverband Deutschland e. V., und Geschäftsführer der BESPO-Gruppe, die innerhalb des Verbandes rund 60 Anbieter von Arbeits-, Berufs- und Schutzkleidung repräsentiert.

 

Vom Schutz bis zur Berufskennzeichnung

Während Arbeitskleidung die Funktion hat, ihren Träger beispielsweise vor Schmutz zu bewahren, lässt „Berufsbekleidung“ – gleichzeitig der Oberbegriff für alle drei Elemente – klassischer Weise auf den Beruf des Handwerkers schließen, wie Lange erklärt. „Zum Beispiel fällt Zunftbekleidung darunter.“ Die Schutzkleidung, auch Persönliche Schutzausrüstung (PSA) genannt, unterliegt gesetzlichen Vorschriften und schützt ihren Träger vor bestimmten Gefahren. „Zum Beispiel die Warnweste, die Handwerker auf der Baustelle tragen. Diese CE-gekennzeichnete Bekleidung muss einen europäischen Standard an Mindestvorschriften erfüllen und wird durch weitere Normen konkretisiert“, sagt Lange.

Workwear wird zunehmend attraktiv

Damit die Berufskleidung als strategischer Teil der Corporate Identity eine entsprechend positive Außenwirkung erreicht, muss sie eine gute Passform haben“, sagt Lange. „Dann trägt der Handwerker sie auch gerne.“ Eine der erfolgreichsten Berufsbekleidungs-Hersteller für das deutsche Handwerk ist das Unternehmen engelbert strauss. „Das Unternehmen hat den modischen Aspekt nach vorn gebracht“, sagt Lange. Heute sei sogenannte Workwear sehr attraktiv geworden und optisch teilweise kaum noch von Outdoor-Bekleidung für Privatverbraucher zu unterscheiden. „Man trägt nicht mehr einfach Blaumann, sondern multifunktionale Kleidung: atmungsaktiv, schmutzabweisend, temperaturregulierend, mit neuen Fasermischungen wie Elasthan-Anteilen und guter Passform. Und es kommen immer mehr Applikationen und Farbe ins Spiel.“

 

Kleidung vermittelt Wertigkeit

Um das Image der Berufsbekleidung zu verbessern, arbeite man derzeit daran, das Bewusstsein auch beim Einkauf in Unternehmen zu erhöhen. „Weg vom C-Artikel, der unter ‚ferner liefen‘ abgespeichert wird“, sagt Lange. „Letztendlich hat der Endverbraucher das Gefühl wertiger Arbeit, wenn der Handwerker entsprechend aussieht.“ Dazu sollten Handwerker auch noch einige andere Kriterien beachten. Welche das sind, lesen Sie in unserem Interview.

Bekleidungstipps für den Sommer

Sonnenschutztextilien sollten mit dem UV-Protektions-Faktor UPF 30, dem Prüfsiegel UV-Standard 801 oder dem australischen/amerikanischen UV-Standard gekennzeichnet sein. Der UV-Schutzfaktor beträgt zwischen 30 und 50, bisweilen bis zu 80. Die Fasern sollten nach Oeko-Tex-Standard gefertigt sein. Schweiß sollte die Kleidung schnell aufnehmen und gleichmäßig nach außen leiten, zudem idealerweise antibakteriell wirken und für Allergiker geeignet sein. Auch wichtig: hoher Tragekomfort, Langlebigkeit.

Schutzhelme schützen den Kopf, sparen aber für gewöhnlich Ohren, Nacken und Gesicht aus. Erweitern Sie die UV-Protektion mit Nackentüchern, die am Helmbefestigt werden.

Reiben Sie Körperstellen, die der Sonne ausgesetzt sind, alle zwei Stunden großzügig mit Sonnenschutzmittel ein. Lichtschutzfaktor: mindestens 30.

Tragen Sie eine Sonnenbrille mit geeignetem UV-Filter (DIN E 836, UV-Standard 400) – und meiden Sie, wenn möglich, die übermäßig starke Mittagssonne.

Berufskrankheit weißer Hautkrebs

Seit dem 1. Januar 2015 gehört der weiße Hautkrebs offiziell zu den vom Bundeskabinett anerkannten Berufskrankheiten. Er kann durch erhöhte UV-Strahlung entstehen, der deutschlandweit jährlich rund 2,5 Millionen Menschen ausgesetzt sind. Durch UV-Strahlen ausgelöste Hauttumore sind 2015 die am häufigsten angezeigte Berufskrankheit bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Hier geht es zum Video der IG Bau.

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