Wichtige Netzwerke fürs Handwerk

Welche Netzwerke gibt es im Handwerk? Und wie lassen sich diese für den Erfolg des eigenen Betriebs nutzen? Wir stellen fünf Netzwerke – vom Ortsverband bis zum Bundesverband – mit Hauptakteuren vor.

Gemeinsame Interessen nutzen

Thomas Mayer von den Junioren des Handwerks Baden-Württemberg

Thomas Mayer, Junioren des Handwerks

„Wir sind ein lebendiges Netzwerk.“

Die Handwerksjunioren

Die Handwerksjunioren richten sich an junge Meister und Existenzgründer aller Gewerke und verstehen sich als Sprachrohr für deren Belange. Dabei geht es um politische Mitgestaltung und um Themen wie eine gerechte Rentenpolitik oder die Qualitätssicherung von Leistungen und Lehre, aber auch um Austausch und Miteinander. „Wir sind ein lebendiges Netzwerk. Es gibt bei uns auch keine Konkurrenz. Im Gegenteil, wenn ich etwas anbaue oder umbaue, dann habe ich meinen Kreis und kenne viele persönlich, die mir helfen“, erklärt Thomas Mayer. Der Bäckermeister aus Mosbach war viele Jahre erster Vorstandsvorsitzender im Landesverband Baden-Württemberg sowie im Ortsverband Neckar-Odenwald, in dem er aktuell den zweiten Vorsitz innehat.

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Thomas Welter, Tischler-Innung Köln

Thomas Welter, Tischler-Innung Köln

„Es steckt viel Potenzial darin, wenn Kollegen sich austauschen.“

Die Tischler-Innung Köln

Die Tischler-Innung Köln vertritt die Interessen von aktuell rund 100 Tischlern in der Stadt. Neben großen Veranstaltungen mit dem Verband NRW, wie etwa dem „Treffpunkt Tischler“ im RuhrCongress Bochum oder dem Tag der offenen Tür, an dem 250 Betriebe in ganz NRW Interessierten die Pforten öffnen, hat sich in Köln unter anderem auch ein „Tischlerkreis“ etabliert. Dort treffen sich 20 bis 30 Mitglieder in regelmäßigen Abständen jeweils bei einem Kollegen zu einem ausgewählten Thema. „Dort werden Erfahrungswerte ausgetauscht, etwa zu selbst getestetem Oberflächenöl und anderen Produkten. Es steckt so viel Potenzial darin, wenn Kollegen gegenseitig von ihren Erfahrungen berichten und ihr Wissen weitergeben“, sagt Thomas Welter, stellvertretender Obermeister der Tischler-Innung Köln.

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Tatjana Lanvermann, Unternehmerfrauen im Handwerk, Landesverband NRW

Tatjana Lanvermann, Unternehmerfrauen im Handwerk

„Bei uns stehen auch mal Genderthemen auf dem Programm.“

Unternehmerfrauen im Handwerk

Partnerschaftliche Unternehmensführung – so das Motto der Unternehmerfrauen im Handwerk. Die Frauenorganisation richtet sich an Unternehmerinnen sowie Mitunternehmerinnen und legt den Fokus auf das Thema Betriebsführung. „Wenn ein Betrieb aufgeben muss, liegt das selten am Fachlichen, sondern meist an fehlendem Know-how, wie man wirtschaftlich am Markt besteht“, erklärt Tatjana Lanvermann, Landesvorsitzende NRW der Unternehmerfrauen im Handwerk. So geht es bei den Treffs und Tagungen der Unternehmerfrauen landesweit darum, in puncto Unternehmensführung auf dem Laufenden zu bleiben und sich gegenseitig zu unterstützen. „Es stehen aber auch mal Genderthemen auf dem Programm, wie bei unserer letzten Tagung das ,Durchboxtraining‘, das Frauen in Führungspositionen helfen soll, sich durchzusetzen“, so Lanvermann.

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Rainer Kabelitz-Ciré, Holzbau Deutschland

Rainer Kabelitz-Ciré, Holzbau Deutschland

„Die Meisterpflicht zu wahren, ist ein großes Thema für uns.“

Zentralverband des Deutschen Baugewerbes

Holzbau Deutschland ist eine von zehn Fachgruppen des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und bündelt die politischen Themen von Zimmermeistern auf Bundesebene. „Wir vertreten die fachtechnischen Interessen gegenüber Ministerien und Fachbehörden und führen Projekte in verschiedenen Handlungsfeldern durch“, erklärt Rainer Kabelitz-Ciré, Geschäftsführer von Holzbau Deutschland. Forderungen und Anliegen mit einbringen – das können alle Innungsbetriebe, die der Verbandsorganisation von Holzbau Deutschland im ZDB angehören. „Auch auf europäischer Ebene geht es darum, die Holzverwendung bei baurechtlichen Regelungen zu fördern und sich für die Qualität der Ausbildung einzusetzen“, so der Geschäftsführer. „Die Meisterpflicht zu wahren, ist ebenfalls ein großes Thema für uns.“

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erklärt Petra Schare, Geschäftsführerin des Bundesverbands Betriebswirte des Handwerks

Petra Schare, Bundesverband Betriebswirte des Handwerks

„Im Fokus steht etwa die Qualifizierung von Unternehmern.“

Bundesverband der Betriebswirte des Handwerks

Betriebswirte des Handwerks schließen sich in der Regel in regionalen Vereinen zusammen, deren Interessen wiederum auf Bundesebene vom Bundesverband Betriebswirte des Handwerks gebündelt und vertreten werden. „Im Fokus unserer Arbeit steht etwa die Qualifizierung von Unternehmern und Fachkräften sowie die Unterstützung und bessere Förderung von Existenzgründern“, erklärt Petra Schare, Geschäftsführerin des Bundesverbands Betriebswirte des Handwerks. Neben Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit erarbeitet der Bundesverband Leitfäden und Notfallpläne für Betriebsinhaber. „Zudem erhalten unsere Mitglieder Vergünstigungen auf Versicherungsprodukte oder Pressepublikationen“, betont Petra Schare.

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