Schluss mit Papierkram

Das Angebot? Riesig. Die Verwendungsmöglichkeiten? Nahezu grenzenlos. Nur nicht aufgeben: Mit der richtigen Orientierung finden Inhaber die richtige Softwarelösung für Organisation und Planung ihrer Betriebsabläufe. 

Schluss mit Papierkram

Besonders für kleine Handwerksbetriebe sind Büro-, Verwaltungs- und Planungsarbeiten echte Zeitfresser. Softwarelösungen können die Organisation eines Betriebs enorm vereinfachen. Mehr als die Hälfte der Handwerksbetriebe hat Teile seiner Büro- und Verwaltungsarbeiten digitalisiert und nutzt spezielle Software. profil gibt einen Überblick.

Vor allem für kleine und mittelgroße Firmen ist es nicht einfach, die richtige Software auszuwählen. Handwerker sehen sich einem unübersichtlichen Markt gegenüber: Tausende Anwendungen richten sich entweder speziell an die Branche oder sind zumindest für Teilbereiche wie Rechnungsstellung oder Adressverwaltung geeignet. Die meisten Experten verzichten deshalb auf allgemeine Tipps. „Die Anforderungen der einzelnen Branchen sind teils sehr spezifisch“, sagt Sylvia Weinhold, Geschäftsführerin der Handwerkskammer Reutlingen.

Auch Horst Neureuther möchte keine Top drei der besten Software aufstellen müssen – dabei ist er seit über 30 Jahren nah dran an den digitalen Bedürfnissen des Handwerks. Der Herausgeber des Fachmagazins „Computern im Handwerk“ sagt allerdings: „Eine solche Empfehlung kann man seit den 80ern nicht mehr geben.“ Welche Software nötig ist, hänge etwa von Zulieferern oder Bauleitern ab. Auf deren Standards müssen sich auch kleine Unternehmen einlassen. Gleiches gilt für Ausschreibungen, die in den meisten Fällen bereits komplett digital ablaufen. Gute Software übernimmt die Daten der Zulieferer, hilft beim Erstellen eines Angebotes und übernimmt nebenbei noch die Kalkulation.

Software muss mitwachsen
Bekannte Anwendungen in diesem Bereich sind die „Meistersoftware“ von Buhl, die etwa die Kreishandwerkerschaften empfehlen, oder – mit stärkerem Bürofokus – Lexwares „Financial Office Plus Handwerk“, der die Zeitschrift „Computern im Handwerk“ ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bescheinigt. Doch Neureuther schränkt auch gleich ein: „Die Software muss zum Betrieb passen und mit ihm wachsen.“ Er empfiehlt beispielsweise, eine Softwareschmiede in der Nachbarschaft zu besuchen. Auch wenn maßgeschneiderte Anwendungen teurer sind – „da sind Termine deutlich leichter zu bekommen.“ Allerdings ist viel spezialisierte Software auf dem Markt – das zeigt etwa die selbst von einer Friseurin mitentwickelte „Salonware“ für Haar- und Kosmetikstudios.


Kreativität ist Trumpf
Um einen gründlichen Vergleich kommt daher kein Handwerksbetrieb herum. Doch die Arbeitserleichterung kann immens sein – gerade wenn man kreativ ist. So gibt es bereits Dachdecker, die mit Drohnen Dächer vermessen, und viele Kunden geraten in Kauflaune, wenn sie auf dem Laptop des Sanitärmeisters bereits vor dem Umbau einen Blick auf ihr neues Bad werfen können. Am wichtigsten ist schließlich, dass die Software dem Handwerker seine Arbeit so leicht wie möglich macht.

So finden Sie die richtige Software

Einen Überblick bietet „Computern im Handwerk“ jährlich mit seiner „Marktübersicht Branchensoftware im Handwerk“. Über 200 Anbieter finden sich dort mit ihrer Software, aufgeschlüsselt nach Zielgruppe, Nutzen, Kosten und weiteren Kategorien. In einer abgespeckten Variante gibt es die Übersicht auch kostenlos.

In dem Überblick finden sich keine kostenlosen Programme – die manchmal ebenfalls ihren Zweck erfüllen. Insbesondere Adressbücher, Kalender und Rechnungssoftware gibt es dutzendfach in allen unterschiedlichen Arten. Speziell auf Handwerker zugeschnitten sind beispielsweise Programme wie „Diablo“, das Kalender, Urlaubsplaner, Stammdatenverwaltung und ein Rechnungsprogramm kostenlos anbietet und erst für Erweiterungen Geld verlangt, oder das derzeit komplett kostenlose „Offerator“. Sind Handwerker Kunden großer Unternehmen, lohnt es sich, auch dort nachzufragen: Manche Hersteller verschenken Software für ihre Branche.

„Handwerk“ kann allerdings auch schnell zum reinen Werbebegriff verkommen. Seriöse Anwendungen gibt es daher oft als Demonstrationsversion (Demo) mit geringerem Umfang oder – noch besser – für eine Testphase kostenlos.

http://digitalisierung-im-handwerk.handwerk-magazin.de/
Das „Handwerk Magazin“ hat eine eigene Themenseite zur Digitalisierung im Handwerk aufgesetzt. Die Informationen reichen von politischen Hintergründen bis hin zu konkreten Tipps.

www.mittelstand-tour.de
Der Digitalbranchenverband Bitkom bietet eine Roadshow und Workshops für Mittelständler an, die den nächsten Schritt in Richtung digitaler Betrieb wagen wollen.

www.handwerkdigital.de
Das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk ist Teil der Förderinitiative „Mittelstand 4.0“, die vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Neben Themen und Veranstaltungstipps bietet die Seite auch Praxisbeispiele zum Download.

Die Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums bietet nicht nur einen Überblick über Qualifikationsprogramme, sondern auch zahlreiche Informationen und Hintergründe.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung veröffentlicht auf seiner Seite allgemeine Informationen zum Bereich Weiterbildung, leitet aber auch auf Fachportale weiter und bietet zahlreiche Publikationen zum Download an.

Die IG Metall hat ein Themenportal mit Fortbildungsmöglichkeiten aufgesetzt, das unregelmäßig neue Qualifizierungsprogramme vorstellt.

Passende Artikel
Technik
Digitalisierung
Social Media
Netzwerken über die sozialen Medien

Familie Borsch ist auf Facebook und Co. sehr aktiv

Digitalisierung
Gut zu wissen
Gut zu wissen

Digitalisierung, Arbeitsunfähigkeit und Arbeitsgestaltung

Nachhaltigkeit
Digitalisierung
Gut zu wissen
Gut zu wissen

Nützliche Apps, Energie sparen, Sozialversicherung.

Bildnachweis Headergrafik: © imago/Westend61