Gemeinsam für ein gesundes Handwerk

„Wie schnell aus der ‚Privatsache‘ Gesundheit eine gemeinsame Herausforderung werden kann, wird spätestens klar, wenn in einem Fünf-Mann-Betrieb morgens unerwartet zwei Mitarbeiter ausfallen.“
Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks

Gemeinsam für ein gesundes Handwerk in Nordrhein-Westfalen

Demografischer Wandel, Fachkräftesicherung und Wettbewerbsdruck – Handwerksbetriebe stehen heutzutage mehr denn je vor der Herausforderung, ihr Unternehmen fit für die Zukunft zu machen. Hierbei spielt das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) eine entscheidende Rolle. Denn: Gerade in Handwerksbetrieben sind Mitarbeiter im Alltag höheren körperlichen Belastungen ausgesetzt als in vielen anderen Berufen. Eine Analyse der IKK classic zur Gesundheitssituation zeigt beispielsweise, dass 27,2 Prozent aller Fehltage auf das Konto von Muskel-Skelett-Erkrankungen gehen. Auch der Anteil der Langzeiterkrankungen von mindestens sechs Wochen steigt immer stärker an und im Durchschnitt fehlt jeder Arbeitnehmer krankheitsbedingt 18,7 Tage im Betrieb.

Hier setzt das Projekt „Gesundes Handwerk“ an – eine gemeinsame Initiative der Handwerkskammer zu Köln, der IKK classic, des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW, des Westdeutschen Handwerkskammertags und der Deutschen Rentenversicherung Rheinland. Die Akteure setzen sich innerhalb der Initiative „Arbeit gestalten NRW“ dafür ein, betriebliches Gesundheitsmanagement in die Unternehmen zu bringen. Am 21. März fand die gemeinsame Auftaktveranstaltung unter dem Titel „Fehlzeiten senken, Motivation und Produktivität steigern“ in der Handwerkskammer zu Köln statt. Rund 250 interessierte Handwerksunternehmen informierten sich, wie es ihnen mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln gelingt, mehr Gesundheit in den Betriebsalltag zu integrieren.

Professor Ingo Froböse während seines Vortrags

Professor Ingo Froböse während seines Vortrags

Wie kann man das betriebliche Gesundheitsmanagement in Handwerksbetrieben umsetzen? Wie aufwendig ist es und bringt es wirklich etwas? Hierauf wollte die Veranstaltung erste Antworten geben. In spannenden Vorträgen von Reiner Calmund zum Thema „Mit Kompetenz und Leidenschaft zum Erfolg“ und Professor Ingo Froböse zum Thema „Gesundheit aktiv gestalten – Geschenk oder harte Arbeit?“ wurde aufgezeigt, dass das BGM heute ein wichtiger Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens ist, den man nicht vernachlässigen darf und kann, wenn man sein Unternehmen zukunftsfähig machen will. Mit einem Satz brachte Reiner Calmund es dabei auf den Punkt: „Wir fahren jedes Jahr unser Auto in die Werkstatt und zum TÜV, jede Maschine im Betrieb lassen wir überprüfen, aber wenn es um die Gesundheit unserer Mitarbeiter geht, dann heißt es immer wieder ‚Dafür haben wir keine Zeit‘ – daran muss sich etwas ändern!“

Frank Wilkening im Interview

Frank Wilkening im Interview

In einer anschließenden Podiumsdiskussion schilderten Thomas Briller, Geschäftsführer der Scholl & Briller Dachdeckermeister GmbH, und Frank Wilkening, Geschäftsführer der Ohrem & Wilkening GmbH für Sicherheitsfenster und Türen, ihre individuellen und praktischen Erfahrungen mit betrieblichem Gesundheitsmanagement im eigenen Betrieb. „Wenn man einmal die Hemmschwelle überwunden hat und sich wirklich mit BGM beschäftigt hat, dann will man darauf nicht mehr verzichten“, so ihr einhelliger Tenor. Im Anschluss konnten die Teilnehmer im persönlichen Austausch Fragen und Erfahrungen miteinander teilen.

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