Die Gesundheitsexperten

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Unsere Expertin Birgit Kenneweg weiß, wie Sie Ihre Mitarbeiter zu dieser wertvollen Maßnahme motivieren können. Die Ist-Analyse der Arbeitssituation im anonymen Gespräch ist der erste Schritt.

Die IKK-Gesundheitsexperten

Sie haben abgestimmt – unsere Gesundheitsexperten antworten. Dieses Mal haben sich die profil-Leser für folgende Frage entschieden: „Wie motiviere ich meine Mitarbeiter, am BGM teilzunehmen?“ Unsere Expertin Birgit Kenneweg ist Gesundheitsmanagerin bei der IKK classic und hat zum betrieblichen Gesundheitsmanagement schon mit mehr als 70 Betrieben zusammengearbeitet.

Das Wichtigste ist, dass die Mitarbeiter das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) als Chance begreifen. Vermitteln Sie als Chef, dass das BGM für den gesamten Betrieb gedacht ist und dass Ihnen die Gesundheit aller am Herzen liegt. Am besten holen Sie Ihre Belegschaft ins Boot, indem Sie ihr klarmachen: „Ihr sollt mitgestalten und eure Wünsche äußern. Dafür ist das BGM gedacht.“

In den Köpfen der meisten Chefs und Mitarbeiter ist das BGM viel zu sehr auf mehr Bewegung, gesündere Ernährung und weniger Stress ausgelegt. Natürlich spielen diese Aspekte eine zentrale Rolle, aber der erste Schritt, nämlich die Analyse der Ist-Situation im Betrieb und die Gespräche mit der Belegschaft, ist mindestens ebenso wichtig. 

Manchmal sind Mitarbeiter auch skeptisch, wenn der Chef ein BGM ankündigt. Sie denken: „Das haben wir schon so oft probiert, es hat nie funktioniert.“ Oder: „Wenn wir Veränderungsvorschläge machen, werden diese sowieso nicht umgesetzt.“ Beide Ängste haben durchaus ihre Berechtigung. Allerdings kann ich aus meiner Erfahrung heraus sagen: Wenn sich der Chef fürs BGM entschieden hat, dann klappt das in der Regel auch. Es ist ein ganz klares Zeichen, dass ihm die Mitarbeiter wichtig sind und dass er eine Veränderung möchte. 

Spätestens im ersten Schritt des BGM-Prozesses, bei der Analyse vor Ort, verlieren die Teilnehmer ihre Bedenken. Sie dürfen anonym ihre Sicht auf die Betriebsprozesse schildern und vielleicht auch Kritik äußern – aber mit der Maßgabe, auch Verbesserungsvorschläge für die genannten Punkte zu finden und an der Umsetzung mitzuarbeiten. In vielen, gerade in Klein- und mittelständischen Unternehmen gibt es keine geregelte Form, Kritik, Anregungen und/oder Veränderungsvorschläge anzusprechen. Da ich eine außenstehende Person bin und die Lage objektiv betrachten kann, sind die Mitarbeiter offener. Genau diese Offenheit ist entscheidend für eine gute BGM-Basis.

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