Ernährungsräte

Handwerksbetriebe in der Lebensmittelbranche sind als Bindeglieder zwischen Produzent und Endverbraucher wichtige Ideen- und Ratgeber der Ernährungsräte. Denn welcher Kunde weiß schon, wo seine Lebensmittel herkommen?

Der gute Rat für Lebensmittel

Ernährungsräte betreiben Lobbyarbeit für regionale Lebensmittel. Kooperationen mit der kommunalen Verwaltung und Betrieben im Lebensmittelhandwerk sollen das unterstützen.

 

Was auf dem Teller landet, ist nicht nur eine Frage des Geschmacks. Das finden zumindest die sogenannten Ernährungsräte, die nach amerikanischem Vorbild jüngst in Berlin und Köln gegründet worden sind. Die ehrenamtlich arbeitenden Ernährungsexperten machen sich in ihren Kommunen für regionale Lebensmittel stark. Ihre Ziele sind unter anderem mehr Schul- und Gemeinschaftsgärten sowie die Verarbeitung von regionalen Produkten in Kantinen und Kitas.

Verbraucher sollen erkennen, was ihre Lebensmittel wirklich wert sind.

Gebündelte Kompetenz

Zusammen mit Politik, Wirtschaft und Verwaltung entwickeln die Räte Ernährungsstrategien für die jeweilige Stadt, in der sie aktiv sind.  Dadurch sollen dem Verbraucher regionale Produkte wieder nähergebracht werden. Auch kleinbäuerliche Betriebe im Umland werden gestärkt, indem ihre saisonalen Produkte vor der Haustür größeren Absatz finden. „Als Landwirt ist es mir wichtig, dass Verbraucher wissen, wie ihre Lebensmittel produziert werden. Sie sollen erkennen, was ihre Lebensmittel wirklich wert sind“, sagt Christian Heymann vom Ernährungsrat Berlin. Um entsprechende Handlungsansätze zu finden, sollen möglichst viele Akteure ihre Kreativität und ihr Wissen in das Gremium einbringen.

 

Regionales liegt im Trend

Die Initiative trifft mit ihrem Engagement den Nerv der Zeit. Zumindest laut dem Ernährungsreport der Bundesregierung. Demnach legen zwei Drittel der Deutschen Wert darauf, Lebensmittel aus der Region zu bekommen. Nach einer Untersuchung des Beratungsunternehmens A.T. Kearney machen bei der Hälfte der Befragten Regionalprodukte mit 20 Prozent einen größeren Anteil im Warenkorb aus als Bio-Produkte mit 10 Prozent.

Den Kunden aufklären.

Betriebe als Bindeglieder

Handwerksbetriebe in der Lebensmittelbranche sind als Bindeglieder zwischen Produzent und Endverbraucher wichtige Ideen- und Ratgeber der Ernährungsräte. Denn welcher Kunde weiß schon, wo seine Lebensmittel herkommen? Hier ist der Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk gefragt. Eine noch größere Rolle spielt das verarbeitende Handwerk: Bäcker und Konditoren entscheiden beim Einkauf darüber, ob sie in der Region angebaute Rohstoffe verwenden. Köche und Hauswirtschafter wissen, ob die von ihnen verwendeten Nahrungsmittel nachhaltig angebaut wurden. Metzger und Fleischer kennen die Art der Tierhaltung bei ihren Lieferanten ganz genau.

Strategie umsetzen

Für die Ernährungsräte sind die Betriebe zudem wichtige Multiplikatoren. In Deutschland zeigt das bereits Wirkung. Derartige Initiativen beginnen ihre Arbeit meistens mit einer Bestandsaufnahme des lokalen und regionalen Ernährungssystems, dessen Aufbau kaum jemand genau kennt. Wo gibt es zum Beispiel Probleme und welche Veränderungen sind notwendig? Sind Fragen wie diese geklärt, kann mit dem Aufbau einer Ernährungsstrategie begonnen werden, bei deren Umsetzung auch die Handwerksbetriebe in der Lebensmittelbranche eine entscheidende Rolle spielen.

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