Ausgewogene Ernährung, gesunde Mitarbeiter

Ausgewogene Ernährung am Arbeitsplatz kann mit einfachen Maßnahmen zum Alltag werden. Die IKK classic unterstützt Unternehmen beim betrieblichen Gesundheitsmanagement und zeigt, wie Betriebsinhaber sich für ihre Mitarbeiter engagieren können.

Ausgewogene Ernährung, gesunde Mitarbeiter

Eine ausgewogene Ernährung ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für Gesundheit und Leistungsfähigkeit am Arbeitsplatz und damit auch für Arbeitgeber ein wichtiges Gut.

Oft wird im Arbeitsalltag zu viel, zu fett, zu süß oder zu salzig gegessen. Zeitmangel, Bequemlichkeit und Unwissenheit – verschiedene Faktoren führen zu einem falschen Essverhalten. Betriebsinhaber können die ausgewogene Ernährung ihrer Mitarbeiter mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) unterstützen. Diplom-Ökotrophologin Sabine Lacour begleitet für die IKK classic BGM-Maßnahmen in Betrieben. „Es ist meist einfacher, das Thema auf den Tisch zu bringen, wenn externe Berater ins Unternehmen kommen“, sagt die Expertin.

 

Kleine Änderungen mit großer Wirkung

Bei ihren Gesprächen mit den Mitarbeitern versucht sie zunächst immer, den Ist-Zustand zu ermitteln. Was wollen die Arbeitnehmer persönlich für sich an ihrem Essverhalten verändern? Erst in einem weiteren Schritt geht es darum, was der Betrieb dazu beitragen kann. In einem Frisörbetrieb stellte sich beispielsweise schnell heraus, dass die Mitarbeiter zu wenig Wasser während der Arbeit tranken. „Es gab Getränke, nur vergaßen die Kollegen zu trinken“, erzählt Lacour. Gemeinsam vereinbarte man, dass jeder Mitarbeiter vor dem nächsten Kunden ein halbes Glas Wasser in der Küche trinkt. „Manchmal sind es schon solche Kleinigkeiten, die viel verändern“, sagt die Ökotrophologin.

Oftmals merkt man gar nicht, wie während eines Telefonats Süßigkeiten im Mund verschwinden.

Ein weiterer Tipp, den die Expertin Betrieben mit auf den Weg gibt: fünf Hände voll Gemüse und Obst am Tag („five a day“). Wenn man bedenkt, dass ein Apfel bereits eine Hand füllt, sind die Portionen über den Tag verteilt überschaubar. Generell sollte aber jeder individuell herausfinden, wo es ihm am leichtesten fällt, sein Ess- oder Trinkverhalten zu ändern. So könne es schon ein erster Schritt sein, einen Energy-Drink am Tag durch eine Flasche Wasser zu ersetzen, sagt Lacour.

 

Gemeinsame Verkostung ausgewogener Gerichte

Wichtig sei, dass die Mitarbeiter bewusst essen. „Oftmals merkt man gar nicht, wie während eines Telefonats Süßigkeiten im Mund verschwinden“, sagt sie.

Neben der theoretischen Aufklärung kommt bei den Besuchen auch die Praxis nicht zu kurz. In der Regel kommt das Gesundheitsteam drei Mal für zwei Stunden in das Unternehmen. In der letzten Stunde steht eine gemeinsame Verkostung von ausgewogenen Gerichten auf dem Plan. Jeder Mitarbeiter bringt dafür Speisen mit, die er zu Hause vorbereitet hat. So können Rezepte und Anregungen ausgetauscht werden.

Je nachdem, um was für einen Betrieb es sich handelt, können verschiedene BGM-Maßnahmen angebracht sein. Sabine Lacour hat für drei Szenarien Tipps zusammengestellt:

 

Kleine Betriebsgröße

Bei einer geringen Mitarbeiterzahl bietet es sich an, dass die Kollegen eine gemeinsame Pause machen. Vielleicht zunächst an einem Tag in der Woche. Abwechselnd kocht ein Mitarbeiter für den Tag vor und bringt für die Kollegen Portionen mit. Je kleiner der Betrieb ist, desto einfacher ist es, Wasser, Gemüse und Obst bereitzustellen. Die Getränke und Lebensmittel müssen nicht kostenlos vom Betriebsinhaber zur Verfügung gestellt werden. Mitarbeiter, die mitmachen möchten, können sich finanziell beteiligen.

 

Viele Außentermine

Mitarbeiter, die viele Außentermine haben oder auf einer Baustelle arbeiten, neigen oft dazu, Pausensnacks to go zu kaufen. Da auf diese Weise schwerer kontrolliert werden kann, was genau in den Speisen steckt, sollten die Portionen besser zu Hause vorbereitet werden. Zum Beispiel kann man sich einen Trinkjoghurt mit Joghurt, Milch und Obst selbst mixen, ebenso wie einen Gemüse- und Obstsmoothie. Ein Apfel kann für den kleinen Hunger zwischendurch vorsorglich eingesteckt werden.

 

Sitzende Tätigkeit

Wer viel im Sitzen arbeitet, verbraucht besonders wenig Energie. Deshalb ist es wichtig, dass sich Büromitarbeiter zwischendurch bewegen. Zum Beispiel können sie sich ihr Mittagessen zu Hause vorbereiten und statt am Schreibtisch zu essen, um den Block in den nächsten Park laufen und dort speisen. Gibt es eine Kantine, sollten Betriebsinhaber mit dem Betreiber sprechen, ob es möglich ist, neben Schnitzel und Co. eine Salatbar bereitzustellen oder ein Gericht am Tag, das viel Gemüse enthält und kalorienarm ist.

Tipps zum richtigen Trinken

Im Arbeitsalltag kommt häufig nicht nur die ausgewogene Ernährung zu kurz. Viele vergessen, ausreichend Wasser zu trinken. Aber wie viel Wasser täglich sollte es sein? Eine Faustformel sagt: pro 25 Kilogramm Körpergewicht ein Liter Wasser.

Man sollte nicht nur zum Wasser greifen, wenn man Durst verspürt. Durst ist das erste Warnsignal des Körpers, dass eigentlich schon zu wenig Flüssigkeit vorhanden ist. Stattdessen einfach regelmäßig trinken und sich am besten die zu trinkende Menge für den Tag mitnehmen/bereitstellen.

Ein Grund dafür, warum wenig Wasser getrunken wird, ist der fehlende Geschmack. Der Durstlöscher kann mit natürlichen Geschmacksnoten aufgepeppt werden. Beispielsweise mit Obststückchen – wie eine Zitronen-, Orangen- oder auch Apfelscheibe. Oder mit einem kleinen Schuss Saft.

Wer sein Essen mit Pfeffer, Paprika, Chili oder Senf würzt, trinkt mehr. Die Schärfe hat weitere gesunde Nebeneffekte: Der Stoffwechsel wird angekurbelt, die Fettverbrennung angeregt und das Immunsystem gestärkt.

Es gibt mittlerweile Apps, die an den täglichen Wasserkonsum erinnern. Für das iPhone gibt es beispielsweise den „Trink-Wecker“, die „Trinkuhr“ und den „AquaPlan“. Letztere App ermittelt anhand des Körpergewichts den empfohlenen Tagesbedarf und schickt eine Push-Benachrichtigung zur Erinnerung. Für Android-Smartphones gibt es unter anderem „Carbodroid“.

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