Gesundheitsexperten

Unsere Gesundheitsexperten Manuela Nagel und Stephan Lingner geben Tipps zu den Bereichen Sozialversicherung und Gesundheit im Betrieb.

Die IKK-Gesundheitsexperten

Sie haben Fragen zur Sozialversicherung oder zur Gesundheit im Betrieb? Dann können unsere Gesundheitsexperten Ihnen weiterhelfen. Stephan Lingner ist Fachberater für Sozialversicherungsthemen bei der IKK classic und kennt sich mit den Feinheiten der gesetzlichen Sozialversicherung sowie des Aufwendungsausgleichsgesetzes bestens aus. Seine Kollegin Manuela Nagel ist Gesundheitsmanagerin und Sportwissenschaftlerin. Sie verrät nützliche Tipps und Tricks aus ihrem Joballtag, in dem sie Betriebe berät, deren die gesundheitliche Situation analysiert und gemeinsam mit der Betriebsführung Verbesserungen erarbeitet.

Sie haben abgestimmt!

In der letzten Ausgabe der profil konnten Sie sich entscheiden, welche Frage unsere Gesundheitsexperten als nächstes beantworten sollen. Die Entscheidung ist auf folgendes Sozialversicherungsthema gefallen: Was müssen Betriebsinhaber beachten, die einen Rentner beschäftigen möchten?

Eine Bereicherung für den Betrieb

Rentner können für einen Betrieb eine Bereicherung sein. Die älteren Mitarbeiter haben jahrelange Berufserfahrung und zeichnen sich oft durch ihre hohe Sozialkompetenz aus. Für Betriebsinhaber, die – auch aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels in Deutschland – Schwierigkeiten haben, qualifizierte Mitarbeiter zu finden, sind Rentner eine gute Lösung. Doch was müssen Arbeitgeber beachten, die einen Rentner beschäftigen wollen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen älteren Mitarbeiter im Betrieb aufzunehmen. Häufig werden Rentner in den Grenzen der Geringfügigkeit beschäftigt. Immer mehr arbeiten aber auch im versicherungspflichtigen Umfang weiter. In beiden Fällen müssen Arbeitgeber versicherungs-, beitrags- und melderechtliche Bedingungen beachten.

Hier die Tipps von unserem Sozialversicherungsexperten Stephan Lingner:

Kurzfristige Beschäftigung

Bei dieser Art von Beschäftigung – für maximal drei Monate oder 70 Arbeitstage im Jahr – sind Rentner in der Regel sozialversicherungsfrei (Diese Zahlen gelten nur im Rahmen einer Übergangsregelung bis 31. Dezember 2018.). Für die Prüfung der Kurzfristigkeit gibt es eine Besonderheit: Ist die einzustellende Person erst im Jahresverlauf aus dem aktiven Berufsleben ausgeschieden, werden für diese Prüfung nur die Beschäftigungszeiten nach dem Ausscheiden berücksichtigt.

Minijob/geringfügige Beschäftigung

Eine geringfügige Beschäftigung – auch Minijob genannt – besteht, wenn das regelmäßige Arbeitsentgelt maximal die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro im Monat erreicht. Diese Mitarbeiter sind kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungsfrei. In der Rentenversicherung besteht grundsätzlich Versicherungspflicht. Es besteht aber eine Möglichkeit der Befreiung. Bezieher einer Altersvollrente sind rentenversicherungsfrei.

Midijob

Der sogenannte „Midijob“ in der Gleitzone von 450,01 Euro bis 850 Euro ist voll sozialversicherungspflichtig. Während der Arbeitnehmer nur einen reduzierten Sozialversicherungsbeitrag zahlen muss (beispielsweise bei 450,01 Euro etwa 15 Prozent des Arbeitsentgelts), trägt der Arbeitgeber den vollen Beitragsanteil.

Mit dem „Gleitzonenrechner“ der IKK classic kann der exakte reduzierte Sozialversicherungsbeitrag berechnet werden.

Hier finden Sie weitere Infos zum Thema geringfügig Beschäftigte …

 

Versicherungspflichtige Beschäftigung

Altersrenten

Krankenversicherung: Vollrentenbezieher haben keinen Krankengeldanspruch. Die Beitragsberechnung erfolgt anhand des ermäßigten Beitragssatzes.

Teilrentenbezieher können im Falle der Arbeitsunfähigkeit ein Krankengeld erhalten. In diesem Fall erfolgt die Beitragsberechnung mit dem allgemeinen Beitragssatz.

Zusatzbeitrag: Der Zusatzbeitrag zur Krankenversicherung ist ebenfalls zu entrichten.

Pflegeversicherung: Der Altersrentenbezug wirkt sich nicht auf das Versicherungsverhältnis beziehungsweise den anzuwendenden Beitragssatz aus. Rentner ohne Kinder zahlen einen Beitragszuschlag zur Pflegeversicherung. Beschäftigte Rentner, die vor dem 1. Januar 1940 geboren sind, zahlen keinen Beitragszuschlag (0,25 Prozent).

Rentenversicherung: Altersvollrentner, nicht aber Teilrentner, sind versicherungsfrei. Der Arbeitgeber ist dagegen nicht von seiner Beitragspflicht befreit.

Arbeitslosenversicherung: Beiträge zur Arbeitslosenversicherung sind, unabhängig von der Zahlung einer Altersrente, bis zum Ablauf des Monats zu zahlen, in dem der Beschäftigte die Altersgrenze für die Regelaltersgrenze erreicht hat. Danach entfällt die Beitragspflicht für den Arbeitnehmer. Aber Arbeitgeber müssen in diesen Fällen beachten, dass sie den halben Arbeitslosenversicherungsbeitrag weiterhin zu zahlen haben.

Die aktuellen Beitragssätze der IKK classic gibt es hier.

 

Erwerbsminderungsrenten

Krankenversicherung: Es gelten die Regelungen wie bei der Altersrente.

Pflege- und Rentenversicherung: Hier hat der Bezug einer Erwerbsminderungsrente keine Auswirkungen.

Arbeitslosenversicherung: Der Bezug einer Rente wegen voller Erwerbsminderung führt zu Versicherungsfreiheit in der Beschäftigung. Eine teilweise Erwerbsminderung ändert jedoch nichts am Status.

 

Dies ist allerdings nur ein grober Überblick über die geltende Rechtslage. Ergeben sich noch Fragen, stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Ihrem Fachzentrum Mitgliedschaft und Beiträge gern für Auskünfte und Beratung zur Verfügung.

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