Lärmschutz im Job

Lärm erhöht sowohl die Unfallgefahr am Arbeitsplatz, als auch die Stressbelastung. Manchmal reichen schon kleine Maßnahmen aus, um den Arbeitsalltag Ihrer Mitarbeiter ruhiger zu machen. Lesen Sie, was Sie für den Lärmschutz in Ihrem Betrieb tun können.

Lärmschutz im Job

Mitarbeiter schützen – Lärmschäden vermeiden

Motorgeräusche, Maschinendröhnen, laute Gespräche: Geräusche, die lauter als 55 Dezibel sind, werden von den meisten Menschen als Lärm wahrgenommen. Dabei empfinden wir besonders die Geräusche als beeinträchtigend, denen wir nicht ausweichen können, so wie es oft am Arbeitsplatz der Fall ist. Solche Geräusche sind nicht nur nervenaufreibend, sondern auch gesundheitsschädigend. Dauerhafter Lärm von etwa 85 Dezibel (so laut wie ein vorbeifahrender Lkw) kann bereits Hörzellen schädigen.

Trotz erheblicher Erfolge in der Prävention ist die Lärmschwerhörigkeit nach wie vor die häufigste anerkannte Berufskrankheit. Zwischen 5.500 und 6.000 Fälle werden von den Berufsgenossenschaften in Deutschland jedes Jahr verzeichnet (Quelle: DGUV-Statistiken für die Praxis 2011).

 

Folgen durch Lärmstress

Durch Lärm erhöht sich die Unfallgefahr am Arbeitsplatz, wenn etwa Warnsignale überhört werden. Auch die psychische Belastung durch Lärmstress wird oft unterschätzt. Mit dem Lärmpegel steigen Stress und Blutdruck und damit das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Ständige Lärmbelästigung lenkt außerdem ab. So sinkt die Konzentrationsfähigkeit, die Fehlerquote steigt.

Für den Schutz der Beschäftigten vor störendem und gesundheitsschädigendem Lärm ist der Arbeitgeber zuständig. Zur Beurteilung der Lärmexposition gibt die Lärm- und Vibrationsarbeitsschutzverordnung verschiedene Auslösewerte vor, die – wenn sie erreicht oder überschritten werden – Präventionsmaßnahmen erfordern. Als Kennwert zur Beurteilung der Lärmsituation ist der Lärmexpositionspegel nach DIN EN ISO 9612 (2009-09) zu bestimmen.

Maßnahmen zum Lärmschutz

Beim Lärmschutz muss der Arbeitgeber eine im Gesetz vorgeschriebene Rangfolge beachten. Technische und organisatorische Maßnahmen haben Vorrang vor personenbezogenen. Der Einsatz lärmarmer Maschinen ist unter den technischen Schutzmaßnahmen die wichtigste. Nach der europäischen Richtlinie 2006/42/EG müssen Maschinen so konzipiert und gebaut sein, dass die Gefahr durch Lärmemission auf das niedrigste nach dem Stand der Technik erreichbare Niveau gesenkt wird.

 

Lärmschutz am Arbeitsplatz

Der Hersteller oder Importeur einer Maschine ist gesetzlich verpflichtet, im Geräuschdatenblatt, der Betriebsanleitung oder den Verkaufsunterlagen Angaben zur Schallemission der Maschine zu machen. Dabei gibt der Schallleistungspegel die Höhe des von der Maschine in alle Richtungen der Arbeitsumgebung abgegebenen Schalls in Dezibel an. Der Emissionsschalldruckpegel gibt das Ausmaß der Lärmerzeugung in Dezibel an, das durch die Maschine direkt auf einen Arbeitsplatz einwirkt.

 

Lärmschutz in Räumen

Zu den technischen Maßnahmen zählt außerdem der Lärmschutz in Räumen. Üblich sind zum Beispiel Schallschutzkabinen für Maschinen oder für Menschen, Schallschirme, Trennwände oder Schallschutzvorhänge. Auch raumakustische Maßnahmen wie schalldämmende Wände, Decken und Türen gehören in diesen Bereich. Zimmerpflanzen können in bestimmten Fällen ebenfalls schalldämpfend wirken.

Werden Lärmquellen räumlich konzentriert oder in andere Räume verlegt, dann handelt es sich um eine Variante der organisatorischen Schutzmaßnahmen. Hierzu zählen auch die veränderte Organisation von Arbeitsabläufen, Lärmpausen (Lärmpegel unter 75 Dezibel) sowie Möglichkeiten zum Wechsel zwischen lauterer und leiserer Umgebung. Zudem sollten Lärmarbeiten zeitlich konzentriert ausgeführt werden.

 

Persönlicher Lärmschutz

Als letztes Glied in der Kette kommen persönliche Schutzausrüstungen in Betracht. Dazu zählen z.B. Gehörschutzstöpsel oder Kapselgehörschützer. Diese sollten einen für die Arbeit geeigneten Dämmwert aufweisen, um nicht zu viel oder zu wenig Lärmschutz zu bieten.

„Wie laut ist eigentlich…?“

Über die Lautstärke von Geräuschen, gemessen in Dezibel (dB(A)), lässt sich nicht streiten. Jeder Mensch empfindet ein startendes Flugzeug als nahezu unerträglich laut. Der Schalldruck, den ein Triebwerk dabei erzeugt, liegt bei 120 Dezibel – und somit nur zehn Dezibel unter der medizinisch definierten Schmerzschwelle von 130 Dezibel. Die menschliche Hörschwelle liegt bei null Dezibel.

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