Erhöhung der Ausgleichszahlung

Wer nicht ausreichend Schwerbehinderte beschäftigt, muss eine Ausgleichsabgabe zahlen. Diese ist zum 1. Januar gestiegen. Welche Betriebe betroffen sind, ab wann die Erhöhung fällig wird und warum kleinere Betriebe der neuen Regelung entspannt entgegen sehen können, lesen Sie hier.

 

Erhöhung der Ausgleichsabgabe

Das müssen Arbeitgeber beachten

Menschen mit Handicap sind eine Bereicherung fürs Team. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage des deutschen Handwerksinstituts e.V. (DHI). Die Studie zeigt zudem, dass dreiviertel aller Handwerksbetriebe mit mehr als 20 Mitarbeitern zumindest einen Schwerbehinderten beschäftigen. (Mehr zur Studie lesen Sie links im blauen Kasten)

Wenn Arbeitgeber nicht genügend Schwerbehinderte ins Unternehmen integrieren, müssen sie eine Ausgleichsabgabe zahlen – seit dem 1. Januar eine höhere. Die Bezugsgröße liegt jetzt bei 34.860 Euro und damit um 11,07 Prozent über dem Wert von 2012 – damals gab es die letzte Erhöhung. 

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

 

Ab wann gilt die neue Regelung?

Die Erhöhung gilt für alle Pflichtplätze, die ab dem 1. Januar 2016 unbesetzt sind (Paragraf 77 Abs. 3 SGB IX). Die Ausgleichsabgabe für das Jahr 2016 muss bis spätestens 31. März 2017 gezahlt werden. Die Erhöhung wird demnach erst im Jahr 2017 wirksam. Für die Ausgleichsabgabe, die im Jahr 2016 für das Jahr 2015 zu zahlen ist, gelten noch die alten Abgabesätze.

 

Wieviel muss der Arbeitgeber zahlen?

Je unbesetztem Pflichtplatz beträgt die Höhe der Ausgleichsabgabe:

  • 125 Euro bei einer Beschäftigungsquote von drei bis weniger als fünf Prozent (zuvor 115 Euro)

  • 220 Euro bei einer Beschäftigungsquote von zwei bis weniger als drei Prozent (zuvor 200 Euro)

  • 320 Euro bei einer Beschäftigungsquote von weniger als zwei Prozent (zuvor 290 Euro)

 

Welche Betriebe sind betroffen?

  • Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern zahlen keine Abgabe.

  • Arbeitgeber mit mindestens 20 Beschäftigten müssen wenigstens fünf Prozent der Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen besetzen.

  • Betriebsinhaber mit mindestens 20 und weniger als 40 Arbeitsplätzen im Jahresdurchschnitt verpflichten sich, einen Schwerbehinderten anzustellen. Ab sofort zahlen sie je Monat 125 Euro, wenn sie diesen Platz offen lassen.

  • Unternehmen mit weniger als 60 Arbeitsplätzen müssen zwei Pflichtstellen besetzen. Ist nur ein Platz vergeben, zahlen Arbeitgeber 125 Euro, sind beide Plätze offen, werden 220 Euro fällig.

 

Weitere Informationen rund um die neue Regelung zur Ausgleichsabgabe finden Sie auf der Homepage der Integrationsämter.

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