Erfolgreich in einer Nische...mit Musik

Vielfalt hat in der Welt der Betriebe viele Gesichter. Dazu gehören auch Firmen, die sich auf eine Nische spezialisiert haben. Selbst wenn sie damit lediglich einen kleinen Bereich im großen Ganzen abdecken, tragen sie doch dazu bei, die Mischung auf dem Markt interessant zu halten. Zwei Unternehmer zeigen, wie sie ihren Weg in die Nische gefunden haben.

Neue Klänge

Instrumentenbauer und Musiker Friedrich Lüttke aus dem badischen Volkertshausen entwickelt und fertigt exklusive Blasinstrumente – und hat sich damit im umkämpften Markt erfolgreich eine Nische geschaffen.

Es sind seine Elefanten – „elephants“ –, mit denen der Instrumentenbauer Friedrich Lüttke Profimusiker aus aller Welt begeistert: in Handarbeit gefertigte Trompeten, die durch ihr ungewöhnliches Design ins Auge stechen und deren Sound Fachleute als besonders „erdig“ beschreiben. Rund 3.000 Euro muss zahlen, wer eines der technisch ausgefeilten Modelle bespielen möchte. Lüttke hat diese bereits nach Russland, Singapur, Finnland und in die USA verkauft. 

Seit 2002 entwickeln und bauen Lüttke und sein Team, bestehend aus fünf Musikern, eigene Instrumente. Betriebswirtschaftlich sei es wichtig, „sich breiter aufzustellen und mit dem Instrumentenbau ein zweites Standbein zu haben“, betont Lüttke.

Friedrich Lüttke Instrumentenbauer

Fritz Lüttke und sein Team: Volker Wick, Ronni Keller und Alexander Lüttke (v. l.).

© Eckardt Schaar (EckArt)

Die asiatische Konkurrenz sei stark und die Qualität der Instrumente großer Hersteller durchaus hoch. Umso wichtiger, eine Nische zu besetzen: „Wir machen einfach Dinge, die sich für die Massenproduktion nicht rentieren.“ Bevor die Klein-Serien produziert werden, testet er mit  Musikern die neuen Produkte – wie zuletzt die „elephant“-Trompete – in renommierten Symphonieorchestern und Jazzformationen. Bis zu drei Jahre kann es dauern, bis ein neu entwickeltes Instrument marktreif ist.

Nischenproduktion, um sich ins Gespräch zu bringen

„Von außergewöhnlichen Klein-Serien wie den ,elephants‘ können wir allerdings nicht leben. Der Verkauf und die Reparatur von Klarinetten, Saxophonen, Trompeten oder Posaunen großer Hersteller machen unseren Hauptumsatz aus“, betont Lüttke. Dennoch sei die Nischenproduktion wichtig, um sich bei den Kunden ins Gespräch zu bringen. So hat sich Lüttke auch dank seiner Eigenproduktionen unter Profimusikern einen Namen gemacht.

Wir arbeiten nicht für den Mainstream, sondern nur für Kunden, die etwas anderes wollen.

Trotz seiner guten Ideen sei der Aufbau des neuen Geschäftsmodells vor 13 Jahren kein leichter Schritt gewesen, erinnert er sich. „Es ist zweifellos ein kühnes Unterfangen, bei der Masse beispielsweise an Trompetenmodellen, die auf dem Markt sind, ein völlig neues Instrument zu entwickeln.“

Das nächste Projekt: ein Waldhorn

Heute punktet er nicht nur mit der außergewöhnlichen Optik wie Akustik seiner Instrumente, sondern auch mit seinem Service: „Wir schicken interessierten Musikern Trompeten oder Hörner zum Testen zu.“ Einige Kunden gehören zur Crème de la Crème der internationalen Musikerszene. Menschen, die auch die Instrumentenbauer aus Volkertshausen inspirieren.

So gingen ihnen die Ideen nicht aus, sagt Lüttke. Als nächstes will er ein Waldhorn bauen – ein ungewöhnliches, so viel steht fest: „Wir arbeiten nicht für den Mainstream, sondern nur für Kunden, die etwas anderes wollen.“

Bildnachweis Headergrafik: © Eckardt Schaar (EckArt)