Gesucht und gefunden

„Soeffing hat mich drei Tage nach meiner Bewerbung angerufen und eingeladen. Beim Bewerbungsgespräch habe ich dann einen Eindruck vom Betrieb bekommen - und musste danach nicht mehr lange überlegen."

Philipp Huse, Auszubildender bei der Soeffing Kälte Klima GmbH

Gesucht und gefunden

gesucht und gefunden

© Rudolf Wichert

Viele Betriebe suchen händeringend Auszubildende, finden aber nicht die passenden Kandidaten. Der Kältetechnikbetrieb  Soeffing aus Düsseldorf hat jedes Jahr  deutlich mehr Bewerbungen als Plätze. Dafür tut die Firma allerdings auch einiges.

Die Zahl unbesetzter Lehrstellen hat einen neuen Höchststand erreicht. Laut Berufsbildungsbericht der Bundesregierung gab es im vergangenen Jahr für 37.100 gemeldete Ausbildungsplätze keine passenden Bewerber. Immer weniger Jugendliche entscheiden sich für eine Ausbildung: 2014 waren es etwa 518.000 – und damit so wenige wie seit Anfang der 1990er-Jahre nicht.

Für Betriebe bedeutet diese Entwicklung, dass sie sich bei der Suche nach Auszubildenden mehr anstrengen müssen. Wer einen qualifizierten Kandidaten für sich gewinnen will, braucht neue Ideen und die richtigen Strategien. Davon ist auch Axel Blasberg überzeugt. Der Geschäftsführer des Düsseldorfer Kältetechnikbetriebs Soeffing kann zwar bislang in jedem Ausbildungsjahr aus rund 30 bis 40 Bewerbern für seine sechs Plätze auswählen, doch diesem Luxus sei ein hartes Stück Arbeit vorausgegangen. „Nur darauf zu warten, dass Jugendliche durch Zufall auf unser Unternehmen stoßen, ist keine Option“, sagt Blasberg.

Ein guter Eindruck, der sich rumspricht

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Axel Blasberg, Geschäftsführer der Soeffing (rechts)
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Bei einem Schreiner oder einem Kfz-Mechatroniker hätten die meisten eine Vorstellung, was die tägliche Arbeit ausmacht, weil sie in ihrem Alltag mit diesen Berufsgruppen in Kontakt kommen. Wer hinter der Technik der Kühltheke im Supermarkt oder der Klimaanlage im Geschäft steckt, wüssten die jungen Menschen dagegen nicht. „Deshalb haben sie unseren Ausbildungsberuf vielleicht auch gar nicht auf dem Schirm“, sagt der Geschäftsführer.

Um über den Beruf aufzuklären, hat Blasberg Broschüren drucken lassen, die in Schulen ausliegen und verteilt werden. Mundpropaganda sei eine sehr gute Variante, um Auszubildende zu finden. „Wir haben uns einen guten Ruf erarbeitet, sodass beispielsweise die Handwerkskammer und die Agentur für Arbeit auf uns aufmerksam geworden sind“, sagt Blasberg.


Einblicke in den Betriebsalltag bei der Soeffing Kälte Klima GmbH

Mehr Tipps für eine erfolgreiche Ausbildung und Einblicke in den Betriebsalltag bei der Soeffing Kälte Klima GmbH finden Sie hier in unserer Bildergalerie:

 


Kontakt zu den Eltern ist wichtig

Phillip-Huse

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Phillip Huse ist einer von aktuell 14 Auszubildenden zum Mechatroniker Kälte- und Klimatechnik, von denen vier 2014 begonnen haben. An der Ausschreibung der Firma Soeffing habe ihm sofort gefallen, dass auch postalische Bewerbungen erwünscht waren. „Zuvor hatte ich nur Online-Bewerbungen abgeschickt. Da hatte ich eher das Gefühl, die verlaufen im Sande, Rückmeldungen erhielt ich nicht oder sehr spät.“ Anders bei seinem jetzigen Ausbildungsbetrieb.

Drei Tage nachdem er die Bewerbung abgeschickt hatte, kam ein Anruf, kurz darauf saß er beim Bewerbungstest bei Soeffing – inklusive eines kurzen Gesprächs mit dem Ausbildungsleiter Patrick Tilmes. „Ich fand gut, dass ich dadurch bereits einen Eindruck vom Betrieb und von seinen Mitarbeitern hatte“, sagt er. Aus diesem Grund habe er nicht lange überlegen müssen, als die Zusage kam.

Patrick-Tilmes

Ein gutes Team. Azubi Huse fühlt sich bei Soeffing sehr gut betreut.
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Dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, zeige ihm auch der Vergleich mit seinen Azubi-Kollegen in der Berufsschulklasse. „Mein Ausbildungsleiter legt sehr viel Wert auf das Berichtsheft. Wenn etwas nicht ordentlich ist oder fehlt, muss es nachgeholt werden.“ Andere aus seiner Klasse würden ihr Berichtsheft, das für die Gesellenprüfung vorgezeigt werden muss, nicht regelmäßig pflegen. Zu einer guten Betreuung während der Ausbildung gehöre auch der Kontakt zu den Eltern, findet Axel Blasberg.

In der Kennenlernwoche vor Ausbildungsbeginn werden deshalb Eltern, Großeltern und Freunde der Azubis eingeladen. „Falls es im Laufe der Ausbildung Probleme mit dem Jugendlichen gibt, haben wir Kontaktpersonen, die wir notfalls einbinden können“, sagt Blasberg. Er hat auf seinem Schreibtisch schon jetzt einen Stapel Bewerbungen fürs nächste Ausbildungsjahr liegen.

Bildnachweis Headergrafik: © Rudolf Wichert