Fünf Tipps

„Betriebe müssen ihre Stärken herausstellen. Davon gibt es zahlreiche, nur den wenigsten sind sie ausreichend bewusst.“

Christoph Hauke, Berater für Employer Branding

Stellen Sie Ihre Vorteile heraus!

Christoph Hauke hilft Unternehmen, sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren und erfolgreich Mitarbeiter zu gewinnen. Bis 2013 war der Experte für Employer Branding zudem 25 Jahre lang Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Personalführung (DGFP). Im Interview erklärt er, warum Handwerksbetriebe und Mittelständler mehr auf bewegte Bilder und Emotionen setzen sollten, um Auszubildende für sich zu begeistern.

Wer Lehrer und Eltern ins Boot holt, hat schon gewonnen.

Große Unternehmen haben auch ein großes Marketing-Budget, um sich ein Image aufzubauen und Bewerber von sich zu überzeugen. Wie können Mittelständler da mithalten?

Ganz einfach, sie müssen ihre Vorteile herausstellen. Und davon gibt es oft zahlreiche, nur vielen Betrieben sind ihre Stärken im Vergleich zur größeren Konkurrenz entweder gar nicht bewusst oder sie nutzen sie nicht ausreichend. Die familiäre Atmosphäre, flache Hierarchien, Übernahme und schnelle Aufstiegschancen nach der Ausbildung, individuelle Weiterbildungsmaßnahmen – das sind alles Punkte, die gerade für Berufsanfänger verlockend sind. In jedem Fall sollte man sehr konkret formulieren, was man bietet. Statt in einer Stellenanzeige allgemein von Aufstiegschancen zu sprechen, lieber genau den möglichen Karriereweg aufzeigen. Auch vermeintliche Kleinigkeiten wie eine Berufsunfähigkeitsversicherung können am Ende den Unterschied ausmachen.

Wie mache ich als Unternehmen die potenziellen Auszubildenden am besten auf meine Stärken aufmerksam?

Die Firmen-Homepage ist für die Mitarbeitergewinnung immer noch am wichtigsten. Auch bei kleinen Betrieben empfiehlt sich ein eigener Job-/Karriere-Bereich, am besten mit einem Bewerbungs-Button. Gerade für Jugendliche sind kurze Wege entscheidend. Was die meisten Chefs vernachlässigen: Eltern und Lehrer sind zentrale Berufsberater ihrer Schützlinge. Wer diese Personen in sein Boot holt, hat schon gewonnen. Berufsinformationstage an Schulen bieten sich an, um Kontakt aufzunehmen.

Was halten Sie davon, Social-Media-Kanäle wie Facebook für die Rekrutierung von ­Auszubildenden zu nutzen?

Ehrlich gesagt nicht viel. Facebook für diese Zwecke einzubinden, ist nur eine gute Idee, wenn dort regelmäßig Bewegung herrscht. Und regelmäßig heißt eigentlich täglich oder zumindest jeden zweiten Tag. Wenn nur alle vier Wochen etwas gepostet wird, ist das für die Besucher der Facebook-Seite langweilig, sie wollen Bewegung, Neuigkeiten. Da kann der Schuss schnell nach hinten losgehen und mögliche Bewerber werden abgeschreckt.

Aber ist es nicht sinnvoll, Jugendliche in ihrer Lebenswelt abzuholen?

Ja, dafür eignen sich meiner Meinung nach aber besser bewegte Bilder. Ein kurzes Video, das nicht länger als zwei, drei Minuten sein darf, ist perfekt, um Schüler für eine Ausbildung zu interessieren. Das kann auf die Unternehmens-Homepage und auf Youtube gestellt werden. Umso persönlicher und emotionaler das Video ist, desto besser. Ein Dachdeckermeister aus dem Betrieb kann erzählen, wie sein Karriereweg ausgesehen hat, warum er sich für das Unternehmen entschieden hat. Das ist auch eine gute Möglichkeit, um einen ersten Eindruck von den Betriebsräumen und den Mitarbeitern zu vermitteln.

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Bildnachweis Headergrafik: © privat Bild: Christoph Hauke Fotograf privat