Erfolg ist keine Frage des Nachnamens

„Nur weil jemand den Namen Deiters trägt, muss er nicht der am besten geeignete Leiter des Unternehmens sein“

Gustav Deiters ist Geschäftsführer bei Crespel & Deiters

Erfolg ist keine Frage des Nachnamens

Gerade in kleinen und mittelständischen Unternehmen sind häufig Familienmitglieder Wunschkandidaten für die Nachfolge. Dennoch sind sie nicht immer die beste Wahl – sei es, weil sie kein Interesse am Geschäft haben oder weil sie einfach nicht dafür geeignet sind. Crespel & Deiters hat deswegen einen besonderen Weg der Nachfolge etabliert – zum Wohle des Unternehmens.

Gustav Deiters führt das Familienunternehmen Crespel & Deiters in vierter Generation. Seinen Job als Geschäftsführer hat er aber nicht geerbt. „Nur weil jemand den Namen Deiters trägt, muss er nicht der am besten geeignete Leiter des Unternehmens sein“, sagt er. Das Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Ibbenbüren (bei Münster) stellt Stärkeerzeugnisse für die Lebensmittelindustrie sowie Hochleistungsklebstoffe für die Papier- und Wellpappenindustrie her. Beschäftigt sind dort rund 250 Mitarbeiter.

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© Crespel & Deiters

Gegründet wurde die Firma vor rund 160 Jahren. Ein Gesellschaftergremium entscheidet, wer sie führt, um den Erfolg sicherzustellen. „Selbst als Familienmitglied habe ich immer nur Fünfjahresverträge und muss mich immer wieder dem Gremium stellen. Solange es zufrieden ist, darf ich bleiben“, sagt Deiters. Diese moderne Handhabung ist ungewöhnlich für tradierte Familienunternehmen – für Deiters jedoch die einzig sinnvolle als global agierendes Unternehmen.

Ich bin stolz auf die Familientradition, aber man muss auch mit Vernunft handeln

„Ich bin stolz auf die Familientradition, aber man muss auch mit Vernunft handeln“, sagt Deiters. Es gehe immer darum, den kundennutzen im Auge zu behalten und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Wenn das niemand aus dem Gesellschafterkreis könne, dann sei ein externes Management vernünftig. Deshalb hat es in der Firmenhistorie immer wieder auch externe Manager gegeben.

Sobald unter den Gesellschaftern auch nur der geringste Zweifel an der Befähigung eines Kandidaten für die Geschäftsführung bestehe, sei er nicht tragbar. „Wir setzen ein uneingeschränktes Commitment für ihn voraus – neben der persönlichen und fachlichen Qualifikation“, sagt der Geschäftsführer. Deiters selbst konnte überzeugen. Auch weil er schon vor seinem Job als Geschäftsführer mitgearbeitet hat. Im Alter von 25 Jahren ist er damals eingestiegen in das Familienunternehmen.

Trotz der komplexeren Nachfolgeregelung – früher wurde sie per Erbfolge geregelt - macht sich Deiters heute keine Sorgen um die Zukunft des Unternehmens. Im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen, gibt es innerhalb der Familie mehrere qualifizierte mögliche Nachfolger. 

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© Matthias Sandmann

Um zukunftsfähig zu bleiben, bedarf es nicht nur eines guten Managements. Deshalb setzt die Firma auch auf eine hervorragende Ausbildung von Nachwuchskräften in der Produktion und in den kaufmännischen Bereichen, um dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Dafür ist Crespel & Deiters jüngst mit dem Initiativpreis NRW ausgezeichnet worden.

Bildnachweis Headergrafik: © Matthias Sandmann